Die Windpark-Gegnerin, die Lochauerin Andrea Balzer, hat ihre Berufungen ebenso wie die Eilanträge zurückgenommen. Mit letzteren hatte sie bei dem 40-Millionen-Projekt in den vergangenen Wochen einen Baustopp bewirkt. "Meine Mandantin hat sich mit dem Inhaber des Windparks geeinigt", sagte am Mittwochnachmittag ihr Kulmbacher Rechtsanwalt Rechtsanwalt Stefan Kollerer. Es seien Vergleichsgespräche mit der Firma Trianel geführt worden. Kollerer: "Ich denke, dass meine Mandantin mit der Einigung zufrieden sein kann."

Wie die Einigung zustande gekommen ist? Ob finanzielle Mittel geflossen sind? Weder Stefan Kollerer noch die Energieversorgungs-Unternehmen Trianel GmbH wollten sich dazu äußern. "Wir haben zu den Einzelheiten Stillschweigen vereinbart", stellte Trianel-Pressesprecher Maik Hünefeld fest.


Zwei Milliarden Euro Umsatz

Beim europäischen Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Aachen, das 2015 einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden Euro hatte, ist man froh, dass der Streit vom Tisch ist. Es darf jetzt weiter gebaut werden. Der Zeitplan - die Firma wollte mit den Windrädern schon im März ans Netz gehen - gerät somit nicht weiter ins Wanken.

Andrea Balzer hatte nach der erstinstanzlichen Niederlage im Verfahren vor dem Bayreuther Verwaltungsgericht eine Berufung angestrebt. Die hat der VGH auch zugelassen. Die Münchner Richter hätten in ihrem Bescheid erklärt, so hat Stefan Kollerer im Januar mitgeteilt, dass die von der Bayreuther Kreisbehörde beim Windpark durchgeführte "allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls" nicht den gesetzlichen Anforderungen genüge. Zudem sei bemängelt worden, dass die Prüfung erst kurz vor Erlass des Bescheides erfolgt sei. Die Frage, ob die immissionsschutzrechtliche Genehmigung, die das Landratsamt erteilt hat, rechtswidrig war, haben die Münchner Richter jetzt gar nicht klären müssen.


Das bleibt dem Eigentümer erspart

Kollerer und seine Mandantin hatten auch erhebliche Umweltauswirkungen auf Vögel und Fledermäuse befürchtet und die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung für notwendig erachtet. Die bleibt dem Eigentümer des Windparks Vogelherd nun aufgrund der außergerichtlichen Einigung erspart.