Dass die Natur leidet, damit wir Menschen möglichst billig große Mengen Nahrungsmittel und Tierfutter produzieren können, das wissen wir schon lange. Wir verdrängen es - zumindest so lange, bis die Folgen nicht mehr zu übersehen sind. Seit Jahrzehnten werden die Regenwälder zu Gunsten großer Anbauflächen für Monokulturen platt gemacht. Die sind aber weit weg. Und günstige Preise in den Supermärkten zu verlockend, um die Produkte zu boykottieren.

Trotz der spürbaren Folgen des Klimawandels hat sich daran nicht viel geändert. Und doch macht es inzwischen in vielen Köpfen klick - seit der Krieg in der Ukraine uns schonungslos vor Augen führt, wie abhängig wir von Russlands Energie sind. Auch die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie schnell Stillstand droht, wenn es international zu Lieferengpässen kommt.

Doch zurück zum Regenwald: Der schwindet unter anderem deshalb, weil riesige Flächen für den Anbau von Soja genutzt werden. Wäre es da nicht eine gute Idee, wenn man das, was man braucht, im eigenen Land anbauen könnte?

Dieses Ziel verfolgt die Universität Hohenheim mit dem "1000 Gärten"-Projekt. Sorten züchten, die in unserem Klima gedeihen - das ist ein Ansatz, der die Mühe lohnt. Völlig unabhängig kann Deutschland nicht sein. Das wäre utopisch, es sei denn, wir wollten die Uhr ein paar hundert Jahre zurückdrehen. Aber etwas mehr Autarkie ist sicherlich erstrebenswert.

Das sehen auch die Mainleuser Schüler so, die sich dem Soja-Anbauversuch der Uni Hohenheim widmen und wichtige Daten für das Projekt beisteuern. Sie lernen dabei eine Menge: über Natur und Landwirtschaft natürlich, aber auch, dass sie selbst etwas dazu beitragen können, um Dinge zu verändern.