Wir hatten zum Wettbewerb um das schönste Bierwochen-Outfit aufgerufen - und viele, viele wollten mitmachen. Sie ließen sich fotografieren oder stimmten auf unserem Online-Portal inFranken.de ab. Was uns natürlich sehr gefreut hat.

Freilich mussten wir uns auch Kritik anhören. Was wir da fotografiert hätten, sei doch keine fränkische Tracht, sondern gehöre eher ins Oberbayerische, schimpften etliche. Was so etwas denn auf einem fränkischen Bierfest zu suchen habe?

Liebe Kritiker: Wir wissen, dass Dirndl und Lederhosen keine fränkische Tracht sind. Aber wir wissen auch, dass das, was viele Bierfestbesucher als "Tracht" ausführen, auch im Oberbayerischen nicht unbedingt als Tracht durchgehen, sondern wohl eher als als "G'lump" abgewertet werden würde.
Mit echter Tracht, solcher, die Menschen mit Stolz tragen, weil sie sich zu der langen Tradition bekennen, die dahinter steckt, haben diese Party-Dirndl tatsächlich gerade so viel zu tun wie ein Döner vom Imbiss mit türkischer Hausmannskost - oder Heino mit echter Volksmusik.

"Plastik-Dirndl" hat deshalb ein Kommentator geschimpft. "Faschingsniveau" bescheinigt ein anderer jenen, die in Dirndl und Lederhose im Stadl feiern. Eigentlich haben sie ja recht. Aber müssen es denn so harte Worte sein?
Bleibt gelassen! Lasst den vorwiegend jungen Leuten, die sich für die neun tollen Tage im Stadl so richtig aufhübschen, doch einfach ihren Spaß. Und wenn Euch die Party-Tracht nicht gefällt - dann geht halt in Jeans aufs Bierfest.

Obwohl: Jeans sind ja eigentlich und ursprünglich die Arbeitshosen der Goldgräber gewesen. Haben Sie das schon mal bedacht?