Hecken schneiden, Rasen mähen, reparieren. "Ich habe trotz des schlechten Wetters schon zu tun", sagt Armin Schamel, der im Thurnauer Freibad die Badeaufsicht hat. Die Situation sei aber schon frustrierend, sagt Schamel, der gestern um 9.30 Uhr mit dem Regenschirm am Becken stand. 12 Grad hatte es da - bei Dauerregen. Nur ein Frühschwimmer wagte sich bei dem Sauwetter ins Wasser.


800 statt 1800 Besucher

Bei der kühlen Witterung ist das Schwimmbad nicht ganztags, sondern nur von 9 bis 11 Uhr und von 18 bis 20 Uhr geöffnet. "Wir haben morgens und abends Leute, die ihre Bahnen im Becken ziehen. Sonst kommt bei dem Wetter ja keiner", erklärt Schamel, der wie viele seiner Kollegen in den Bädern des Landkreises auf eine bis dato verregnete Saison blickt. "Wir hatten an höchstens sieben Tagen ganztägig geöffnet."
In der Statistik schlägt sich das deutlich nieder.
Schamel: "In der Vorsaison hatten wir Mitte Juni 1800 Besucher, heuer waren es gerade mal 800." Benno Schmock, der im Kassenhäuschen sitzt, hat nichts zu tun. Und der Kiosk bleibt geschlossen.

Allein gelassen fühlte sich in der vergangenen Woche auch Armin Schamels Himmelkroner Kollege Reinhard Schmitt. "Bis Donnerstag hatten wir keinen einzigen Besucher", teilt Schmitt mit und verweist darauf, dass seit Pfingsten überhaupt nur 200 Gäste das Kassenhäuschen passiert haben. "2015 waren es zu der Zeit schon 800."


Um 16 Uhr ist Schluss

Geöffnet ist das Himmelkroner Bad bei schönem Wetter bis 19 Uhr - in der Schlechtwetter-Phase allerdings nur bis 16 Uhr. "Dann gehe ich nach Hause", sagt Schmidt, der sich in der Badegäste-freien Zeit wie Armin Schamel vor allem um die Pflege der Anlage kümmert.

Auch in Stadtsteinach ist es eine ungewöhnliche Saison. In der vergangenen Woche war das Bad nur bis 11 Uhr geöffnet. "Für die Frühschwimmer", wie Hans Kotschenreuther mitteilt, der bei der Stadt für das Freibad zuständige Sachbearbeiter. Die Freizeiteinrichtung sei danach geschlossen gewesen, denn bei Temperaturen unter 18 Grad sei mit keinem Gast zu rechnen.


Ein magere Bilanz

Man habe das Wetter aber immer im Blick, betont Kotschenreuther: "Wenn die Prognosen zeigen, dass es wärmer wird und sich die Sonne zeigt, dann machen wir natürlich auf." Auch in Stadtsteinach ist nach dem verregneten Saisonstart die Besucherbilanz alles andere als berauschend: Bis dato wurden 1500 Badegäste gezählt - im gleichen Vorjahreszeitraum waren es über 2000.