Seine Hobbys Basteln und Malen sind für den 88-jährigen Paul Konrad gleichsam Therapie und Hoffnung. Hoffnung, dass er Kindern und Erwachsenen eine Freude bereiten kann.


Sperrholzabfälle bearbeitet


Dabei fing alles schon in jungen Jahren an, denn der kleine Paul hat gern gebastelt. Sein älterer Bruder Sebastian lernte in Rothwind Schreiner. Da fielen Sperrholzabfälle an. Von denen konnte Paul nicht genug haben. Und wie es sich so zutrug, wünschte er sich zu Weihnachten eine Burg. Den Wunsch erfüllte das Christkind.

Allerdings, so erinnert er sich heute, sei die Burg sehr klein gewesen. "Sie hatte nur zwei Türme und die Mauern für die Verteidigung fehlten." Da machte sich Paul an die Arbeit. Er holte die Laubsäge und sägte, bohrte, klopfte, nagelte und leimte, bis die Festung stand.


Postkarten abgemalt


Und noch etwas: Paul ging in Mainroth zur Schule. Seine Lehrerin war begeistert von den künstlerischen Fähigkeiten des Buben. So habe er "den Auftrag bekommen", von Postkarten deutsche Städte abzumalen, jedoch viel größer und bunt. Diese Gemälde seien dann in das damalige Sudetenland in Schulen in Eger geschickt worden.
"Für diese Arbeit", schmunzelt Paul Konrad heute, "bin ich von der Last der Hausaufgaben befreit worden."

Eigentlich wollte Paul Maler werden, doch mit 14 Jahren sei er als Betriebsjunghelfer bei der Eisenbahn am Bahnhof in Mainroth gelandet. 44 Jahre war Konrad bei der Deutschen Bahn beschäftigt.


In schmerzfreier Zeit wird gemalt


Das Hobby des 88-Jährigen ist umso bemerkenswerter, weil er an der Parkinson-Krankheit leidet. "In schmerzfreien Stunden muss ich zu den Geräten greifen und etwas herstellen. In größerer Anzahl fertigte ich Engel und mehrere mit religiösem Inhalt behaftete Figuren. Ich hatte als Pensionär Zeit, Wünsche zu erfüllen. Der Kindergarten war ein guter Abnehmer", schilderte Konrad. In diesem Jahr seien es neben Engeln auch Krippen mit den dazu gehörigen Figuren in allen Größen gewesen.

Ausgestellt hat er Krippen in einem Schaufenster am Marktplatz. Nach und nach werden sie entsprechend der biblischen Geschichte ergänzt. So darf man heute schon auf die Heiligen Drei Könige gespannt sein. Alle Holz- und Malerarbeiten seien von ihm entworfen und gefertigt worden, ist im Schaufenster zu lesen. "Nicht alles ist gelungen und schön, doch allemal anschauenswert", meint der Bastler und Maler.