"Nicht alles, was wir uns vorgenommen haben, konnte umgesetzt werden. Aber viele Vorhaben konnten bereits begonnen werden," sagte Bürgermeister Franz Uome beim Jahres- und Ehrenamtsempfang in Marktleugast. Stellvertretend für alle beruflich und ehrenamtlich Engagierten in der Kommune ehrte er Karin Thomas.


Rund 40 Kllometer Ortsstraßen


Bei der Bewertung der Leistungsbilanz komme es sicher auf den jeweiligen Betrachter an, so Uome. Es sei aber sicher nicht richtig, Negatives überzubewerten und daraus Unzufriedenheit abzuleiten, denn es gebe Lichtblicke. "Die Kommune leidet allerdings stark unter der demografischen Entwicklung und hat wie das gesamte Oberland strukturelle Probleme." Teuer sei auch der permanente Unterhalt der 40 Kilometer Ortsstraßen.

Aktuell werde der Radonplatz neu gestaltet, der Breitbandausbau werde im Frühjahr fertiggestellt. Für 2017 stünden Baumaßnahmen am Birkenweg, Buchenweg und an der Straße nach Filshof an. Geplant seien ferner der barrierefreie Zugang zum VG-Gebäude sowie neue Fenster im Rathaus. Durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED könne man 70 Prozent Energiekosten einsparen. Tief in die Tasche müsse die Kommune und nachgelagert auch der Bürger für die Sicherung der Wasserversorgung greifen, die im Gegensatz zu anderen Projekten nicht gefördert werde.


Teure Wasserversorgung


Franz Uome listete die Kosten auf: "Eine Million wird die neue Druckleitung mit Pumphaus für die Abwasserversorgung Neuensorg kosten, 200 000 Euro die Sanierung des Trinkwasserbrunnens III und 300 000 Euro die des Brunnens II." Da die Wasser- und Abwasserversorgung kostendeckend arbeiten müsse, würden die Investitionen auf die Verbraucher umgelegt.

Marktleugast setze seit 2014 konsequent einen Konsolidierungskurs um, "um wieder finanzielle Leistungsfähigkeit und Unabhängigkeit zu erreichen". Durch die Erhöhung des Hebesatzes für Grund- und Gewerbesteuer habe man 2016 an Grundsteuern 329 000 Euro (2013: 261 000) und an Gewerbesteuern 300 000 Euro (2013: 118 000) eingenommen.


Verschuldung halbiert


Die Verschuldung (2016: 1,8 Millionen Euro) sei seit 2013 um 53 Prozent gesunken; die Zinsbelastung lag 2016 nur noch bei 37 890 Euro (2013: 120 157). Die Pro-Kopf-Verschuldung betrage zurzeit 573 Euro (2013: 1040) und liege damit bereits unter dem Landesdurchschnitt von 665 Euro.

Als Chance zur positiven Entwicklung bezeichnete Bürgermeister Uome die Landeszuschüsse im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms sowie die Stabilitätshilfen überwiegend zum Schuldenabbau. Diese Zuweisungen betrachtete auch Landrat Klaus Peter Söllner positiv, und CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel bestätigte: "Die Stabilitätshilfen wird es noch einige Jahre geben." Dem schloss sich zwar auch die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures an, sie schoss aber dagegen, dass Stoiber 2004 die Fördergelder eingefroren habe. Die Gleichstellung der Gemeinden sei seit 2013 Verfassungsgrundsatz, deshalb müssten die Kommunen wegen der Beihilfen "nicht auf Knien nach München robben".


Karin Thomas geehrt

Karin Thomas ist neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung bei der Firma EBU Umformtechnik in Bayreuth seit 1980 Aktive und Schriftführerin der Feuerwehr Mannsflur, seit 1980 Mitglied und seit 1986 Schriftführerin des SV Mannsflur, seit 1987 aktiv im CSU-Ortsverband, seit 2006 Zweite Vorsitzende der Frauenunion Marktleugast und seit 2008 aktiv in der LQN-Initiative. Von 1996 bis 2002 war Thomas stellvertretende Frauenbeauftragte im Kreisfeuerwehrverband Kulmbach und bis 2009 Frauenbeauftragte sowie von 2006 bis 2016 Mitbegründerin und Vorsitzende des JFG Oberland.

Die Geehrte ist Mitbegründerin der Feuerwehr-Frauengruppe Mannsflur und Gründungsmitglied der Damensportgruppe des SV Mannsflur.