"Das Dilemma geht eigentlich schon den ganzen Sommer. Das Wasser ist braun, stinkt und hat wechselnd braunen oder weißen Schaum", berichtet Heiko Müller, Bewohner der Neumühle. Er selbst hat Proben von dem Wasser genommen, weil er sich über die braune Brühe schon des öfteren aufgeregt hat. Und die Gläser sind durch normales Spülen nicht mehr sauber zu bekommen, prangert Müller an.

Jetzt hat sich die Situation dramatisch zugespitzt: Plötzlich sind Hunderte Fische in der Steinach verendet. Heiko Müller hat sich deshalb entschlossen, die Polizei einzuschalten.

Experten vor Ort


Andrea Künzel und Konrad Schrüfer sind vor Ort und nehmen unter die Lupe, in welchen Teilen die Steinach betroffen ist. Fest steht jetzt: Die toten Fische liegen zwischen Kleinrehmühle, Neumühle, Waffenhammer.
Das gesamte drei Kilometer lange Areal bis zur Steinachklamm ist betroffen. Die Schneidmühle und weiter unten gelegene Teile scheinen indes von der Katastrophe noch verschont geblieben zu sein. Zumindest wurde in diesem Bereich noch keine toten Fische gefunden.

Spaziergänger wundern sich, dass die toten Fische nicht - wie üblich - mit der Bauchseite nach oben schwimmen, sondern am Grund liegen - teilweise mit aufgeplatzten Bäuchen. "Dass die Fische erst absinken, kommt immer wieder vor. Es bilden sich dann Fäulnisgase im Bauch, und das kann dann die Bäuche zum Platzen bringen und dafür sorgen, dass sie erst später wieder auftauchen", sieht Veterinär Andreas Koller in dieser Tatsache nichts Außergewöhnliches.

Suche nach Ursache


"Die Untere Naturschutzbehörde ist eingeschaltet", bestätigt der Kulmbacher Veterinär. "Wir prüfen, ob es sich um eine Infektion handelt oder das Fischsterben zum Beispiel durch Verunreinigung hervorgerufen wurde. Aber die Ermittlungen laufen noch. Wir müssen erst die Proben auswerten und können darüber noch nichts sagen", erklärt Koller. Erst wenn die Ursache bekannt ist, kann entschieden werden, ob die Fische aus der Steinach entfernt werden müssen oder ob man der Natur freien Lauf lässt und sie sich einfach zersetzen, sagt der Veterinär.

Indessen mehren sich die Hinweise, dass möglicherweise Kalk und andere Verunreinigungen die Ursache für das Fischsterben sein könnten. Die Kripo ermittelt. Die Auswertung der Proben wird noch einige Tage in Anspruch nehmen. Und erst dann wird Klarheit über die Ursache und die genaue Schadenshöhe herrschen.