Das Storchennest liegt seit gestern auf dem Turm des Gerätehauses der Untersteinacher Feuerwehr und wartet auf den ersten Bewohner: teilmöbliert mit einem Weidenkranz und Fichtenzweigen und natürlich mietfrei.

Die Idee dazu hatte Gemeinderat Jörg Ehrhardt (SPD) bereits im August vergangenen Jahres. Der gesamte Gemeinderat stimmte dem Vorhaben ohne Diskussion zu und stiftete für die Umsetzung auch gleich jeweils ein Sitzungsgeld.

Gleise und Sirene kein Problem

Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Röhrlein (CSU) bot sich zudem an, Dach und Gebälk des Turms kostenlos auf Stabilität zu prüfen, das benötigte Holz für Unterkonstruktion und Nestkreis zum Selbstkostenpreis beizusteuern und sich um die Konstruktion des Ganzen zu kümmern.

Nachdem Erich Schiffelholz, der Vorsitzendes des Landesbunds für Vogelschutz im Kreis Kulmbach, nach einer Ortsbesichtigung bestätigt hatte, dass der angedachte Platz für das Nest auf dem Feuerwehrturm durchaus geeignet ist, war das Projekt denn auch beschlossene Sache. Vom Turm neben dem Bahnhof, so Schiffelholz, könnten die Störche in den Auen zwischen Ludwigschorgast und Kauerndorf auf Nahrungssuche gehen, und vom Bahnverkehr würden sich Störche erfahrungsgemäß nicht stören lassen - nicht einmal vom Lärm einer Feuerwehrsirene im Brandfall.

Die Sponsoren

Auf der Suche nach weiteren Sponsoren wurde Bürgermeister Volker Schmiechen auch schnell fündig: Der Bezirk erklärte sich bereit, zwei Drittel der Kosten zu tragen, der Landkreis den Rest.

Per Hebebühne wurde gestern die vorinstallierte Holzkonstruktion im Beisein von Bürgermeister Schmiechen, Erich Schiffelholz, Jennifer Kilic von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und einigen Passanten auf dem Turm montiert. Sie wiegt laut Röhrlein etwa 80 Kilogramm. Ob sich gleich im ersten Jahr ein Storchenpaar für den Bezug des Untersteinacher Nestes entscheiden wird, könne man laut Erich Schiffelholz nicht vorhersagen.

Manchmal dauere es auch fünf Jahre, bin sich die ersten Störche für einen angebotenen Nistplatz entscheiden. Er sei jedoch zuversichtlich, denn die Störche-Population nehme seit Jahren zu. 750 Paare hätten im vergangenen Jahr allein in Bayern gebrütet.