Die Natur ist bekanntlich der beste Baumeister. Doch manchmal gelingt es dem Menschen eben doch, ähnlich schöne Orte zu schaffen. So beispielsweise in Trebgast bei Kulmbach. Bis in die 1970er- Jahre gab es hier kein öffentliches Schwimmbad. Dann kam man in der Gemeinde auf die Idee, das südlich gelegene Moor umzuwandeln. Im Jahr 1975 öffnete dann der dort künstlich geschaffene Badesee. Seitdem ist er Anziehungspunkt für Gäste aus dem Umkreis.

Dass sich hier bis vor einigen Jahrzehnten noch sumpfige Felder erstreckten, ahnt man nicht, wenn man den Trebgaster Badesee inmitten der umgebenden Hügel daliegen sieht. Um den etwa 69 000 Quadratmeter großen See - das ist in etwa die Fläche von neun Fußballfeldern - laden Wiesen zum Sonnenbaden ein. Bäume bieten den Besuchern Schatten an besonders heißen Tagen.

Auch sonst ist einiges geboten. Neben dem obligatorischen Kiosk, an dem man neben reichlich Getränken auch kleinere Speisen kaufen kann, gibt es einen Fußballkäfig, ein Volleyballfeld und einen großen Spielplatz. Außerdem kann man sich beim Bademeister Tretboote ausleihen.

Neue Verwendung für den Sumpf
An diesem Tag ist das Manfred Reitmeier. Seit 1981 arbeitet er für die Gemeinde Trebgast. Seitdem habe sich viel getan, erzählt er. Um die Jahrtausendwende wurde das ganze Bad nochmal modernisiert. Vor 250 Jahren hätten sich hier die markgräflich-herrschaftlichen Fischteiche und vogelreiche Schilfgürtel erstreckt. Später habe man versucht, auf dem Gebiet Landwirtschaft zu betreiben. "Die Kartoffeln sind ja prächtig gewachsen", sagt Reitmeier, "aber die haben alle nach Moor geschmeckt und waren nur als Tierfutter gut." Außerdem hätten die Bauern immer mit mindestens zwei Traktoren aufs Feld fahren müssen, weil sie im sumpfigen Boden regelmäßig stecken geblieben sind. "Dann musste immer einer den anderen wieder rausziehen."

Da scheint die jetzige Verwendung des Geländes doch besser zu sein. Manche Gäste würden dem Wasser aufgrund des ehemaligen Moors sogar heilende Wirkung zuschreiben, erzählt Reitmeier. Belege dafür gibt es aber nicht.

Unumstritten ist hingegen die ausgezeichnete Wasserqualität. So darf sich der See "EU-Badegewässer" nennen. Regelmäßig werden Wasserproben entnommen.

Dass das Wasser so gut ist, mag im ersten Moment verwundern. Ist der See mit einer Tiefe von maximal 4,50 Metern doch sehr flach und das Wasser angenehm warm (an diesem Tag 22 Grad).

Ausgezeichnete Wasserqualität
Jedoch speist sich der See aus vier unterirdischen Quellen. 50 Liter reines Grundwasser würden pro Sekunde in den See fließen, erzählt Reitmeier. So bleibe die Wasserqualität auch in langen Hitzeperioden gut.

Eine weitere Besonderheit verdankt der Badesee seinem Ursprung: Wegen des ehemaligen Moorbodens ist Feuermachen verboten. Dafür gibt es eigens eine öffentliche Grillstelle, an der jeder einmal die Bratwurstzange in die Hand nehmen kann.

Selten ist es hier wirklich voll, erklärt Reitmeier. Zu groß ist das Gelände, als dass man fürchten müsste, dem Nachbarn halb auf dem Handtuch zu liegen. Es gibt genügend kostenlose Parkplätze vor dem Bad. Wer dennoch lieber mit der Bahn anreisen will, hat rund 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof Trebgast zu überwinden.

Die Eintrittspreise sind mit maximal 2,50 Euro moderat, eine Zeitbeschränkung gibt es nicht. Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner jedoch zuhause lassen. Auf dem ganzen Gelände sind Hunde verboten.

Wenn man denn unbedingt ein Haar in der Suppe finden will, könnte man anmerken, dass alles vielleicht ein bisschen zu perfekt arrangiert ist. Das Flair umgestürzter und halb ins Wasser ragender Bäume, eingebrochener Ufer und wuchernden Gestrüpps findet man am Badesee nicht.
Weitere Bilder und Infos zum Trebgaster Badesee gibt es in unserer Multimedia-Reportage zu sehen!
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