Erfolgsmeldungen durfte Bürgermeister Andreas Pöhner verkünden. Die weniger angenehme Aufgabe, über die finanziellen Forderungen zu informieren, die auf Hausbesitzer zukommen, hatte bei der Wonseeser Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Gaststätte Ganzleben das frühere Gemeindeoberhaupt Günther Pfändner. Pfändner ist Vorsitzender des Zweckverbands der Sanspareil-Gruppe, die die Wasserversorgung in Wonsees sowie Thurnauer und Hollfelder Ortsteilen sicherstellt und die kräftig investieren muss.

Auf drei Millionen Euro schätzt er die Gesamtkosten. Das Leitungsnetz Richtung Tannfeld muss erneuert, die Hochbehälter müssen saniert werden. Einen ganz dicken Batzen Geld wird der Aufbau eines zweiten Standbeins verschlingen: der Anschluss an die Juragruppe, der laut Pfändner mit bis zu 500 000 Euro bezuschusst wird. Dieser sei unabdingbar, um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können.


Die erste Teilzahlung kommt

Was die Bürger am meisten interessierte? Wie viel Geld sie beisteuern müssen, werden die Projekte doch über Zusatzbeiträge finanziert. Der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes rechnet damit, dass 6 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und 55 bis 60 Cent für den Quadratmeter Grund verlangt werden. Die Beiträge würden in drei Teilzahlungen eingehoben. Die erste Rate, bei der 30 bis 35 Prozent der Gesamtaufwendung verlangt würden, werde Mitte des Jahres fällig, die zweite 2018, die dritte 2019.

Einen erfreulichen Jahresrückblick präsentierte Bürgermeister Pöhner. Wie er ausführte, wurde das leer stehende Schulgebäude verkauft. Es seien die Voraussetzungen geschaffen worden, damit die Gemüsebauern Scherzer und Boss in diesem Jahr für mehrere Millionen Euro ein riesiges Tomaten-Gewächshaus bei Feulersdorf errichten können, und auch die Breitband-Versorgung im Marktgebiet ist abgeschlossen.


Dank an die Feulersdorfer

Mit Blick auf Schule und Tomatenhaus sprach Pöhner von Glückfällen für den Markt. Mit der Ansiedlung der Gemüsebauern aus dem Nürnberger Land würden rund 50 Dauerarbeitsplätze geschaffen, und die Gemeinde könne auch auf Gewerbesteuereinnahmen hoffen. "Am Ende wird ganz Wonsees davon profitieren", betonte der Bürgermeister, der den Feulersdorfern dankte, die das Projekt begrüßt hätten. Pöhner machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die schon mehrfach anvisierte Ausweisung eines Gewerbegebietes für die Marktgemeinde unerschwinglich sei.


Eigene Sanierung bleibt erspart

Dass Tierarzt Stefan Gedecke das Schulgebäude erworben hat, nannte Pöhner sehr erfreulich. Durch das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept sei man an Fördertöpfe herangekommen. Dieses bewertete er als echten Investitionsanreiz für Gewerbetreibende. Durch den Verkauf bleibe der Gemeinde die eigene kostenintensive Sanierung des 70er-Jahre-Gebäudes erspart.