Ein bisschen Stolz schwingt schon in der Stimme von Gerd Rochholz mit, wenn er von den Arbeiten an der Limmersdorfer Tanzlinde erzählt. Von den Herausforderungen, die Balken in das Astwerk einzupassen, ohne den Baum zu beschädigen. Von den bis zu 150 Kilo schweren Bohlen, die die Arbeiter der Firma Leykam aus Krumme Fohre nur mit Muskelkraft bewegen konnten, weil für Maschinen kein Platz war. "Da mussten wir uns richtig plagen."

Anfang April begann die Sanierung des Limmersdorfer Wahrzeichens. Fäulnisschäden an der Balkenkonstruktion machten ebenso zu schaffen wie der teilweise schlechte Zustand der Sandsteinsäulen. Das ist jetzt vorbei.
Zimmerermeister Rochholz freut sich über Projekte wie das in Limmersdorf, auch "wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt".

Das war wohl mit ein Grund, dass seine Firma die einzige war, die ein Angebot für die Arbeiten abgegeben hatte.
Rochholz machen solche Herausforderungen Spaß, sagte er. An der Tanzlinde in Peesten war er auch schon zugange.

Bei der Sanierung sei versucht worden, alles wieder wie vorher herzustellen. Mit Erfolg. Etwaige Änderungen an der Konstruktion seien der Statik und dem Holzschutz geschuldet.

Was noch fehlt, ist eine Absteifung der Konstruktion zum Baum hin, damit die Tanzbruck nicht wackeln und schaukeln kann, wenn sie bevölkert ist. Diese Absteifung sei beweglich und werde bei Festbetrieb über ein Gewinde zum Baum gedreht, erklärt Rochholz.

Für Veit Pöhlmann, der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition, sind Kirchweih-Feste etwas typisch Fränkisches und bedeutsam für eine ländliche Region. Durch den Tanz auf der Bruck im Baum nehme die Lindenkirchweih eine besondere Stellung unter den Kirchweihen ein.

Warten auf die Kultusminister

Nicht umsonst sei die Linde für die nationale Liste der immateriellen Kulturgüter nominiert worden. "Ich gehe davon aus, dass wir auf die Liste draufkommen", zeigt sich Pöhlmann überzeugt. Die Entscheidung werde letztlich in der Kultusminister-Konferenz im Herbst getroffen.

Trotz aller Diskussionen im Vorfeld über die Kosten der Sanierung ist der Kerwavereins-Vorsitzende überzeugt, dass die Gemeinderäte und die Bürger wissen, was sich für eine Besonderheit in dem kleinen Thurnauer Ortsteil befindet.

Der Baum selbst ist nach den Worten von Veit Pöhlmann nur etwas gepflegt worden, während das Hauptaugenmerk auf dem Gerüst und den Sandsteinsäulen lag. "Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die alten Sandsteine fachgerecht restauriert und wiederverwendet wurden."

Die Kosten für die Gemeinde beziffert Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) auf 23 000 Euro. Insgesamt sei das Projekt mit 76 000 Euro zu Buche geschlagen. "Das Geld wurde in einer Maßnahme angelegt, die wieder Jahrzehnte halten soll. Insofern wurde gut investiert." Zumal das Fest inzwischen auch eine überregionale Bedeutung erlangt habe und "unheimlichen Zulauf aus allen Altersschichten erfährt".

Nachdem Fachleute die Sanierung des Limmersdorfer Wahrzeichens für notwendig erachtet hatten, sei letztlich die Maßnahme unabdingbar gewesen. "Keiner will so etwas lassen in dem Wissen, dass dort Leute tanzen." Darin habe über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit geherrscht. Er freue sich jedenfalls, dass die Linde wieder begehbar ist.

Die Lindenkirchweih wird heuer vom 23. bis 26. August statt.

Am kommenden Dienstag wird die sanierte Tanzlinde mit einem kleinen Festakt eingeweiht. Beginn der Veranstaltung ist um 17.30 Uhr. Anschließend wird in der Pöhlmannschen Gaststätte weiter gefeiert.

Die Feierstunde umrahmen der Gesangverein Limmersdorf-Felkendorf und der Posaunenchor Limmersdorf-Langenstadt.