Es waren Szenen, die bei vielen für Verwunderung gesorgt haben: 200 bis 300 Menschen haben am Wochenende zu später Stunde in der Oberen Stadt im Bereich zwischen "Pina" und "Sohle" dicht gedrängt im Freien gefeiert. An die Corona-Vorhaben hat sich kaum einer gehalten. Die Abstandsregeln wurden missachtet, dass sich nur maximal zehn Personen in Gruppen treffen dürfen, eine Vorgabe, die keiner beachtet hat.

Der Party-Treff hat jetzt die Behörden auf den Plan gerufen. Es wurde ein Gastronomiekonzept für die Obere Stadt verabschiedet, bei dem der Infektionsschutz an erster Stelle steht, wie es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes heißt. Auch in Bamberg wurde in der vergangenen Woche eineAllgemeinverfügung erlassen, wonach an Wochenenden kein Alkohol mehr nach 20 Uhr "to go" verkauftwerden darf. Und in Nürnberg wird ab Freitag das Nachtleben eingeschränkt

Das ist das Ziel

Ziel ist es, das hohe Besucheraufkommen an den Wochenenden vor und in den Gastronomiebetrieben der Oberen Stadt zu steuern. Das wurde gestern bei einer Besprechung vereinbart, an der die betroffenen Wirte, Vertreter der Stadt und der Kulmbacher Polizei sowie der Koordinierungsgruppe Corona im Landratsamt Kulmbach teilgenommen haben. Nach den bereits in den Medien publizierten Fotos von Menschenansammlungen seien sich alle Beteiligten einig gewesen, "dass es angesichts der geltenden Corona-Vorschriften nicht erneut eine derart große Gästezahl im Bereich der Oberen Stadt geben darf, um mögliche Infektionen zu vermeiden", heißt es.

Die Vorgaben

Einvernehmlich verständigte man sich auf folgende konkreten Maßnahmen:

  1.  Getränke können innen wie außen nur an einem festen Sitzplatz zu sich genommen werden.
  2.  Ausschankschluss im Außenbereich ist um 22 Uhr (letztmögliche Bestellung). Die Wirte stellen sicher, dass nach 22.30 Uhr keine Sitzgelegenheiten mehr zur Verfügung stehen.
  3. Das Ende des Ausschankes im Innenbereich ist individuell geregelt; Getränke der Gäste verbleiben im Innenbereich; die Maskenpflicht und das Abstandsgebot gelten gemäß dem "Schutz- und Hygienekonzept Gastronomie"; eine gesonderte Zugangsregelung für Raucher wird gewährleistet.
  4. Kein "To-go-Verkauf" von alkoholischen Getränken jeglicher Art in Flaschen, Pappbechern und Ähnlichem nach 20 Uhr.
  5. Bei einem "To-go-Verkauf" bis 20 Uhr gilt weiterhin, dass diese Getränke nicht an Ort und Stelle verzehrt werden dürfen; die Gäste müssen den Außenbereich der jeweiligen Gastronomie weiträumig verlassen; darauf weisen die Wirte künftig ausdrücklich hin.

Weiter heißt es: "Diese Vereinbarungen stellen nach Ansicht aller Beteiligten einen gangbaren Weg dar, den notwendigen Gesundheitsschutz zu gewährleisten und dabei gleichzeitig den Gästen der Oberen Stadt ein Stück Kulmbacher Lebenskultur zurückzugeben."

"Wir sind froh um jeden Gast, den wir am Tisch bedienen dürfen. Wir bitten unsere Gäste aber um Verständnis, dass wir auf die Einhaltung der Regeln achten werden", so einer der Wirte. "Helft uns dabei, seid vernünftig und dabei zugleich anderen ein Vorbild", lautet der Appell an alle Besucher. In den kommenden Wochen soll das weitere Geschehen beobachtet und gegebenenfalls neu eingeschätzt werden. "Die derzeit erfreuliche Infektionssituation ist kein Anlass, wiedergewonnene Freiheiten über Gebühr zu beanspruchen. Es muss weiterhin das Prinzip der Vorsicht und Umsicht gelten. Wenn wir uns jetzt verstolpern, würde dies zu erneuten Einschränkungen führen. Das wollen wir alle gemeinsam vermeiden", so das Fazit.