Ein unterhaltsamer Abend, bei dem die Lachmuskeln kaum zur Ruhe kamen. Für das SPD-Stadtoberhaupt Roland Wolfrum ist es längst keine Kür mehr, sondern zur Pflicht geworden, das erste Fass des köstlichen "Leonhardors" mit nur einem Schlag anzuzapfen.

Die beiden Landtagsabgeordneten Inge Aures und Martin Schöffel kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, dass dies Bürgermeister Roland Wolfrum nun schon Jahr für Jahr mit einer gewissen Leichtigkeit gelingt.

Für den weiteren Programmablauf sorgten die üblichen Protagonisten, die auch schon seit Jahren zum Stammpersonal des Starkbierfestes gehören: Nicolas Peter und Mona-Isabelle Aurand als "Maicheret & Waasnet", Werner Reißaus als "Echter Franke". Mit Alexander Hollweg hatte man sogar Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit in das Frankenwaldstädtchen gebracht.

"Waasnet" (Nicolas Peter) begrüßte die Besucher der Starkbierfestes mit einem "Herzlichen willkommen im neuen Europa, der erste Tag ohne die Briten gell?" "Maicheret" (Mona-Isabelle Aurand) hatte die Aussage aber schnell korrigiert: "Hat halt nicht geklappt. Jetzt wollen sie am 22. Mai raus, und ob das passiert, ist ja auch noch nicht klar." "Waasnet" stellte dann auch klar, dass das Brexit-Debakel immer noch nicht rum ist: "Ich hab' mich so gefreut, dass wir uns im Fernsehen endlich mal wieder mit was Anderem beschäftigen können und hab` schon angefangen, Dokus übers Reizdarmsyndrom zu gucken, weil ich endlich mal wieder was Schönes sehen wollte." Den Briten beim Brexit zuzuschauen, das sei, wie wenn man im Supermarkt hinter einer Rentnerin stehen und warten muss, bis sie die Kupfermünzen passend "rausklamüsert" hat.

Natürlich war auch die Fahrradhelm-Kampagne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ein Thema. "Maicheret": "Ich hab` das alles gar nicht verstanden. Da muss ein Mädchen von Germanys Next Top Trottel in Dessous auf dem Plakat zu sehen sein mit nem Helm auf dem Kopf. Ich versteh das nicht, ich hab` noch nie jemanden in Unterwäsche auf einem Fahrrad gesehen." "Waasnet" konterte: "Mit ist das mit der Unterwäsche gar nicht aufgefallen, ich war so auf den Helm fokussiert." Doch anstatt junge halb nackte Damen mit Fahrradhelme auf Plakate zu drucken, sollte Scheuer nach Ansicht von "Maicheret" lieber mal ein Tempolit auf den deutschen Autobahnen einführen.

Lustig machten sich die Beiden auch über die Schwedin Greta Thunberg, die den Friedensnobelpreis bekommen soll. "Waasnet": "Aha, für`s Schule schwänzen? Na, dann hätte ich den ja schon vor Jahren kriegen müssen." Und am Ende waren sich "Maicheret und Waasnet" einig: "Erst wenn das letzte Dieselauto abgewrackt und gegen ein E-Auto eingetauscht ist, wenn die letzte Ölbohrinsel abgerissen und die letzten Tankstelle geschlossen ist, dann werdet ihr merken, dass Greenpeace nachts kein Bier verkauft."

Bei der Verleihung des Genusspreises der Genussregion Oberfranken an Landrat Klaus Peter Söllner und die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold an die Landtagsabgeordnete Inge Aures war für die Besucher dann Dauerlachen angesagt.

Schon bei der Begrüßung bei Landrat (Nicolas Peter) durch den Reporter (Werner Reißaus) ging es los. Reporter: "Herr Landrat, Sie warten bestimmt schon ganz aufgeregt auf diese Verleihung?" Landrat: "Ach, wissen Sie Herr ..." Reporter: "Reißaus, Herr Landrat, Reißaus." Landrat: "Natürlich Reißaus, ich kenn Sie ja, und ich weiß, wenn Sie darüber berichten, steht am nächsten Tag halbwegs das in der Zeitung, was ich auch tatsächlich gesagt habe."

Hubert Aiwanger (Alexander Hollweg) wollte vom Landrat noch wissen, ob er bei der kommenden Landratswahl noch einmal seien Hut in den Ring wirft. Der Landrat machte dazu eine klare Aussage: "Nun, das Schnupfen macht mir zwar hin und wieder etwas Mühe, aber ich sag immer, wer schnupft, der lebt länger. Aber was soll ich schon daheim machen, denn handwerklich habe ich zwei linke Hände, und das ist natürlich, denke ich, eine großartige Geschichte."

Den Schlusspunkt setzte wie jedes Jahr der "Echte Franke" mit wahren und halbwahren Geschichten aus dem Landkreis Kulmbach. So war die Sanierung des Christopherusbrunnen am Marktplatz in Stadtsteinach ein Thema: "Die dauert ja bald sulong wie der Berliner Flughofen." Es ist ein Schaden von rund 70 000 Euro entstanden, aber von der Versicherung werden nur 30 000 Euro abgedeckt. Der Bürgermeister sucht noch einen Sponsor für die restlichen 40 000 Euro. Der Franke dazu: "Vill kumma do in Stanich net in Froch. Der Landrot soll angeblich bereit sa derzu, ober nur unter der Voraussetzung, dass der Brunna dann künftig zum ,Sankt-Klaus-Peter-Brunna' umbenannt wird. Er will sich selber beim Landesamt für Denkmolschutz um die Nomensänderung bemüha."