Die 1500 Karten für das Konzert am 15. Juli waren schnell weg: Die Gruppe "Stahlzeit" um den Kulmbacher Frontmann Heli Reißenweber ist der Renner bei den diesjährigen Plassenburg-Open-Airs. Wir sprachen mit dem 51-Jährigen über den bevorstehenden Auftritt der Rammstein-Tribute-Band.

Was sagst Du dazu, dass ihr so schnell ausverkauft wart?
Das ist natürlich sehr schön. Dass es so schnell geht, hätte ich aber nicht gedacht. Ich freue mich tierisch darauf, nach knapp zehn Jahren wieder mit Stahlzeit in Kulmbach zu spielen. Das zeigt, dass die Rockmusik immer noch lebt. Neben vielen Kulmbachern kommen Leute von überall aus Deutschland angereist, das werden die Hotels hier auch merken.

Auf der Plassenburg gelten sicher strenge Auflagen, vor allem was die Feuer-Show betrifft.
Wir spielen oft auf Burgen, mit der Schlösserverwaltung hat es nie ein Problem gegeben. Unser Pyrotechniker hat uns gesagt, dass nur Feuereffekte außerhalb der Bühne nicht erlaubt sind. Ansonsten können wir alles machen. Letztlich geben uns Feuerwehr und Gewerbeaufsichtsamt erst am Nachmittag vor der Show grünes Licht. Wir werden aber mit Blick auf die Größe der Bühne nicht das ganz große Programm fahren können. Aber was geht, wird gemacht.

Was für ein Programm werdet ihr den Kulmbachern bieten?
Im Prinzip spielen wir immer die absoluten Hits, das, was die Leute von Rammstein hören wollen. Wir tauschen immer nur den einen oder anderen Song aus. Da sind bei einem Open-Air die Lichtverhältnisse mit entscheidend. Wir haben schon oft bei Tageslicht gespielt, unsere Show hat immer funktioniert.

Ihr tretet inzwischen auch im Ausland auf.

Wir spielen in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Belgien, den Niederlanden. Unser ältester Fan ist eine 72-Jährige aus Österreich, die steht immer in der ersten Reihe, wenn wir in Niederbayern sind. Ich bin sicher, auch in Kulmbach werden wir ein illustres Publikum haben. Wir hatten auch schon Anfragen für Auftritte in Mexiko und den USA. Eine Russlandtour war in der Planung, da gibt es aber logistische Probleme, weil die Anreise 4000 Kilometer lang ist und zwischen zwei Auftrittsorten auch schon mal 2000 Kilometer liegen. Das ist schwierig, weil wir unser eigenes Equipment mitnehmen müssen, denn das Bühnenbild und die pyrotechnischen Anlagen sind speziell für unsere Show gemacht. Das sind zwei 40-Tonner und ein 13-Tonner voll.

Hättest Du Dir bei der Gründung vor elf Jahren vorstellen können, dass Stahlzeit einmal eine so große Sache wird?
Das hätte ich nie gedacht. Unseren ersten Auftritt hatten wir beim Monk-Rock-Konzert in der Mönchshofhalle. Das hatte ich damals veranstaltet und uns als Vorband eingebucht. Wir kamen sehr gut an, obwohl wir damals noch recht schlecht waren. In den ersten sieben Jahren haben wir alle Einnahmen in die Show gesteckt, die sehr aufwändig ist. In manchen Hallen hat deshalb schon die Stromversorgung versagt.

Der Erfolg gibt euch aber Recht.
Wir haben viel dafür gearbeitet. Anfangs wollte uns keiner in Deutschland haben, wir wurden mehr über die Niederlande gebucht. Das hat sich dann rumgesprochen. Anfangs haben wir vor 200 Leuten gespielt, inzwischen sind es oft ausverkaufte Häuser. Wir füllen Hallen mit 2500 bis 3000 Leuten. Das ist eine Entwicklung, die uns stolz macht. Einen großen Schub haben wir unserem Management zu verdanken, weil es uns in renommierte Hallen gebracht hat, zum Beispiel in die Jahrhunderthalle in Frankfurt, die Big Box in Kempten, die Columbiahalle in Berlin oder das Kesselhaus in München. Das sind Orte, an denen normalerweise die großen Namen auftreten. Das hat noch für einen extra Auftrieb gesorgt.

Ist neben Dir noch jemand aus den Anfangstagen dabei?
Nur noch unser Gitarrist Matthias Sitzmann.

Du hast mit Maerzfeld noch eine zweite Band neben Stahlzeit am Start. Wie läuft es da?
Die dritte CD ist geplant, die Veröffentlichung hat sich aber um ein Jahr verschoben, weil ich mit Stahlzeit so viel zu tun habe. Die neue CD geht weg vom Industrial-Sound in Richtung Rock. Eine Veröffentlichung ist jetzt für Herbst/Winter vorgesehen. Mit Maerzfeld stehen heuer noch zwei Auftritte an: einer in Holland und einer im Saarland beim Hexentanz-Festival. Danach wird sich Maerzfeld erstmal etwas zurückziehen.