Spitzenspiel in der Landesliga Nordost - und kaum jemand darf es sehen. Wie gemeldet, steigt das Oberfrankenderby zwischen Tabellenführer FC Eintracht Bamberg und dem TSV Neudrossenfeld (3.) am Samstag (14 Uhr) wegen des Fehlverhaltens einiger Eintracht-Anhänger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Einen Heimvorteil gibt es also nicht für die Bamberger - und ein weiterer Aspekt spielt den Neudrossenfeldern in die Karten.

Mit Maximilian Großmann fällt einer der wichtigsten Bamberger aus. Der 17-fache Torschütze - er traf unter anderem beim 2:0-Hinspielsieg der Eintracht in Neudrossenfeld - musste zuletzt in der Partie bei der SG Quelle Fürth nach 34 Minuten vom Feld. In dieser Woche behandelte er seine Viruserkrankung mit Antibiotika. "Unser Spiel ist ohne Maxi ganz anders ausgelegt. Sein Ausfall trifft uns natürlich, wir haben aber in Fürth gezeigt, dass es auch ohne ihn gehen kann", sagt Eintracht-Vorsitzender Jörg Schmalfuß.

Spiel noch gedreht

In dieser Partie betrieben die Bamberger Werbung für das Spitzenspiel und verwandelten in der Schlussphase ein 0:1 noch in einen 2:1-Sieg. Dagegen startete Neudrossenfeld mit einer Klatsche in die Restsaison, gegen den SC Schwabach setzte es ein 0:4. Der Rückstand auf die Bamberger wuchs auf vier Punkte an.

Dementsprechend groß war die Enttäuschung bei den Neudrossenfeldern. Nach ordentlichem Beginn habe sein Team den Schwabachern zu viele Räume gelassen, die diese eiskalt nutzten, sagt TSV-Trainer Werner Thomas. "Ich möchte mich gar nicht mehr lange damit beschäftigen. Schwabach war einfach besser, aggressiver, gedankenschneller und hat mit seiner wahnsinnigen Offensivqualität absolut verdient gewonnen", ergänzt Thomas und erwartet von seinem Team nun in Bamberg eine Reaktion auf den schwachen Auftritt.

"Komische Atmosphäre"

Gerne hätte er dabei auch die Unterstützung der Neudrossenfelder Fans: "Es ist schade, dass aufgrund einiger Bamberger Zuschauer auch unsere Fans bestraft werden." Und auch die Spieler werden aus seiner Sicht für das Fehlverhalten der Eintracht-Fans bestraft. Schließlich freue sich jeder Aktive darauf, ein Topspiel vor großer Kulisse zu bestreiten. "Es wird sicherlich eine komische Atmosphäre", sagt Thomas. "Aber meine Spieler wollen zeigen, dass sie es auch anders können als zuletzt in Schwabach."

Doch plagen den Trainer einige Aufstellungssorgen. Simon Ruß, Sascha Engelhardt, Sebastian Brand, Jannik Hannemann, Sebastian Lattermann und Gianluca Mehlhorn fallen aus. Claudio Bargenda gehört nach einer Zerrung wieder zum Kader. In der Startelf wird vermutlich TSV-Kapitän Steffen Taubenreuther stehen, der zuletzt wegen einer Bronchitis geschont wurde.

Auf Bamberger Seite fehlen neben Torjäger Großmann die langzeitverletzten Pascal Nögel und Joshua Wich. Felix Popp ist nach abgesessener Rotsperre wieder einsetzbar, Maximilian Vetter hat seinen Trainingsrückstand weitgehend aufgeholt.rei/tsc