"Das Reingrätschen muss absolut verboten werden" forderte 1998 der damalige Trainer des ATS Kulmbach, Horst Kunert, im Vorfeld des Rundschau-Cups. 14 Jahre sollte es dauern, bis sein Wunsch endlich in Erfüllung geht. Wenn am Samstag die 30. Auflage der offenen Kulmbacher Stadtmeisterschaft im Hallenfußball über die Bühne geht, werden die Schiedsrichter rigoroser denn je unfaire Attacken unterbinden. Allerdings - unschöne Szenen oder gar grobe Fouls waren beim Neujahrstreff der Kulmbacher Fußballfamilie von jeher die absolute Ausnahme.

Als das Turnier 1984 von Thomas Alexy, damals Schriftführer des VfB Kulmbach, und BR-Sportredakteur Jürgen Robisch aus der Taufe gehoben wurde, waren noch 14 Stadtvereine am Start. Doch deren Zahl ist inzwischen auf elf gesunken, weil der Post-SV Kulmbach, FC Ober-/Unterzettlitz und die DJK Kulmbach keine Herrenmannschaft mehr haben.
Dafür dürfen stets Vereine aus der Region mitkicken.

Das Jubiläum am Samstag erlebt ein Rekord-Teilnehmerfeld. Eingeladen wurden alle bisher beteiligten Teams aus dem Landkreis. Weil der TSV Stadtsteinach absagte, bekam erstmals der SV Motschenbach eine Wildcard. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Ralf-Werner Ohnemüller, seit kurzem Coach des Bezirksligisten SSV Kasendorf. "Ohne" hat schon den TSC Mainleus 2001 und 2008 zum Titelgewinn geführt.


500 Zuschauer bei der Premiere

Mit 500 Besuchern bei der Premiere am 12. Februar 1984 waren die Organisatoren mehr als zufrieden - heute wären sie darüber sicher enttäuscht. Denn seit Jahren strömen stets um die 1000 Zuschauer nach Weiher und machen die Stadtmeisterschaft zur bestbesuchten Sportveranstaltung im Landkreis.

Mit der 14. Auflage 1997 wurde ein neues Kapitel im Kulmbacher Hallenfußball aufgeschlagen. Die 35.000 Euro teure Bande wurde eingeweiht und war die Attraktion schlechthin. Ein Turnier ohne sie? Heute kaum noch vorstellbar.

Schon der neunte Pokal

Der mit neun Siegen immer noch in der "Ewigen Bilanz" führende ATS Kulmbach hat bereits drei Mal den Rundschau-Cup in sein Eigentum gebracht. Auch in den Vitrinen des VfB und TSV 08 Kulmbach sowie des TSC Mainleus und SSV Kasendorf haben Wanderpokale ihren festen Platz gefunden. Für die Jubiläumsauflage ist schon der insgesamt neunte Pokal nötig. Erst im Vorjahr durfte ihn der TSV 08 nach zweimaligem Triumph in Folge behalten.