Großes Engagement, aber auch guten Fußball zeigten die Mannschaften bei der 9. Oberfränkische Hallenfußballmeisterschaft der Menschen mit Behinderung. Den von der Sparkasse Kulmbach/Kronach gestifteten Pokal holte sich wie im Vorjahr die Wefa Ahorn. In einer Neuauflage des Vorjahresfinales schlug das Team aus dem Landkreis Coburg die Hochfränkischen Werkstätten Hof mit 3:2.

Am Ball waren neun Mannschaften aus ganz Oberfranken. Eines spürten die Zuschauer ganz deutlich: Alle Spieler waren glücklich und stolz, dabei sein zu dürfen.

Die Vorrundenspiele liefen programmgemäß ab, denn in der Gruppe A hatten die späteren Finalgegner Hof und Ahorn mit je zehn Punkten klar die Nase vorn und zogen ins Halbfinale ein.

Weitaus spannender verliefen die Spiele in der Gruppe B. Dabei überraschte der Gastgeber, die Mannschaft vom Lebenswerk Kulmbach, die mit ihrem stimmgewaltigen Anhang auf der Tribüne förmlich über sich hinauswuchs. Mit zwei Siegen und einem Remis gegen die Lebenshilfe Bamberg landeten die Lokalmatadoren mit sieben Punkten und 8:2 Toren auf Platz 1. Ein Riesenerfolg für die Melkendorfer Truppe um ihre Trainerin Christine Heller. Fördervereins-Vorsitzender Klaus Drescher sagte über die Trainerin: "Sie arbeitet mit viel Liebe und Hingabe in den wöchentlichen Trainingsabenden mit ihren Fußballern."

Im Halbfinale setzten sich die Hochfränkischen Werkstätten Hof mit 2:1 gegen die Lebenshilfe Bamberg durch. Die Wefa Ahorn bezwang im zweiten Halbfinale das Team des Gastgebers klar und verdient mit 4:0.

Im Spiel um Platz 7 siegte das Team des Lebenswerks Bayreuth mit 6:1 gegen Wefa Kronach. Platz 5 ging an die Mannschaft von Diakoneo Himmelkron durch ein 3:0 gegen die Lebenshilfe Marktredwitz.

Im Spiel um Platz 3 fehlte der Melkendorfer Mannschaft gegen die Lebenshilfe Bamberg die Kraft. Nadine Robel - sie war die einzige Fußballerin im Turnier - erzielte beide Treffer zum 2:0-Sieg der Bamberger.

Ahorn holt 0:2-Rückstand auf

Das Finale bot Leidenschaft, Können und Spannung bis zur letzten Sekunde. Hof führte bereits mit 2:0 gegen Ahorn. Doch die Kicker aus dem Coburger Vorort glich durch einen Doppelschlag von des herausragenden Benedikt Welsch aus. Als man sich bereits auf eine Verlängerung mit Siebenmeterschießen eingestellt hatte, erzielte erneut Benedikt Welsch, der in der Liga für den SV Hut Coburg II auf Torejagd geht, kurz vor Schluss das 3:2 für den Titelverteidiger.

Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner war von den Leistungen der behinderten Mitmenschen beeindruckt: "Ihre Lebensfreude und Lust am Spiel sind etwas ganz Besonderes."