Aufgrund der teuren Spritpreise plant die Regierung erste Maßnahmen, um Pendlerinnen und Pendler finanziell an der Zapfsäule zu entlasten. Die Monopolkommission spricht sich ebenfalls für die Maßnahmen aus.
Update vom 12.3.2026, 19.10 Uhr: Tanken bald billiger? Reiche dämpft plötzlich Erwartungen
So schnell dürften Autofahrer noch nicht aufatmen: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dämpft Erwartungen an eine Einführung der neuen Regel für Tankstellen bereits in der kommenden Woche. Die CDU-Politikerin sagte bei der Eröffnung des neuen Heizwerks Memmingen-Benningen in Bayern: "Wir suchen derzeit ein Trägergesetz, also Gesetzgebung muss auch schon noch ordentlich erfolgen." Darüber werde mit den Koalitionsfraktionen gesprochen, geplant seien Fristverkürzungen. "Ein Trägergesetz, ob das in der nächsten Woche schon stattfinden kann, kann ich Ihnen nicht sagen", sagte Reiche. "Aber die Aufgabe besteht darin, so schnell wie möglich, aber eben auch keine Fehler bei der Gesetzgebung machen."
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Das soll preisdämpfend wirken. "Trägergesetz" bedeutet, dass die Änderung der Tankregel an einen anderen Gesetzentwurf angehängt wird, um Zeit zu sparen. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Armand Zorn, hatte der Bild-Zeitung gesagt: "Jetzt muss diese Einmal-täglich-Regel schnell umgesetzt werden. Wenn möglich, schon in der kommenden Woche." Reiche hatte am Dienstag gesagt, das neue Modell solle so rasch wie möglich eingeführt werden.
"Einschränkungen bei der Preisgestaltung würden den Wettbewerb schwächen statt stärken", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Bundesverbands Freier Tankstellen, des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie und des Zentralverbands des Tankstellengewerbes. Die Preisbildung an Tankstellen folge marktwirtschaftlichen Mechanismen. "Preise reagieren auf Einkaufskosten, Wettbewerb und Nachfrage. Wenn sich Einkaufspreise ändern, werden diese Entwicklungen auch an der Zapfsäule weitergegeben - nach oben wie nach unten." Gerade diese Dynamik sorge dafür, dass Verbraucher und Verbraucherinnen im Tagesverlauf häufig günstigere Preise finden könnten.
Nach Eingriffen in den freien Markt seien die Preise nicht unbedingt niedriger als vorher, sie schwankten nur weniger, heißt es von den Verbänden. Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises entfalle auf Steuern und Abgaben: "Wer Kraftstoffpreise dauerhaft senken will, muss über staatliche Preisbestandteile sprechen - nicht über Eingriffe in den Wettbewerb."
Ursprungsmeldung: Spritpreis-Bremse soll kommen - Vereinigung erhebt Bayern-Forderung
Die Monopolkommission hat die Vorhaben von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Eindämmung des Anstiegs der Benzinpreise gelobt. Die CDU-Politikerin hatte angekündigt, dass Tankstellen künftig nur noch einmal täglich die Kraftstoffpreise erhöhen dürfen. "Das ist ein guter Vorschlag. Wir finden, das könnte die Situation verbessern", sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, im ZDF-"heute journal".
"Es könnte mehr Sicherheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher bringen." Das habe auch eine disziplinierende Wirkung für die Unternehmen, sagte der Vorsitzende des unabhängigen Beratungsgremiums der Bundesregierung. Das Modell könne jedoch auch Nebenwirkungen haben, und es könnte Anreize geben, die Preise am Morgen zu erhöhen, räumte Duso ein. Aber die bisherige empirische Evidenz deute darauf hin, "dass das wertvoll sein könnte". Ziel des geplanten Modells ist es, den von Ökonomen und Wettbewerbshütern beschriebenen "Raketen- und Federeffekt" an Tankstellen zu durchbrechen. Dieser Effekt trete besonders in Märkten auf in denen es weniger Wettbewerb und oligopolistische Strukturen gebe, sagte Ökonom Duso. Wie wirksam die Maßnahme ist, das ist jedoch unklar. Der ADAC warnte erst kürzlich vor einem gegenteiligen Effekt.
Seit Iran-Kriegsausbruch: Spritpreise erstmals wieder günstiger
Zum ersten Mal seit dem Beginn des Iran-Krieges ist Kraftstoff im Vergleich zum Vortag wieder günstiger geworden. Superbenzin der Sorte E10 und Diesel waren im deutschlandweiten Tagesdurchschnitt am Mittwoch (11. März 2026) um 3,4 beziehungsweise 5,4 Cent preiswerter als am Dienstag (10. März 2026), wie der ADAC mitteilte. Mit 2,011 Euro pro Liter war E10 jedoch immer noch etwa 23 Cent teurer als am Tag vor dem Kriegsausbruch. Bei Diesel waren es mit 2,134 Euro pro Liter am Mittwoch sogar fast 39 Cent mehr als vor Beginn der Angriffe.