Die Karriere des Eppenreuther Skifahrers Jacob Schramm hat ein atemberaubendes Tempo angenommen. Jetzt durfte der 18-Jährige aus der Gemeinde Grafengehaig sogar zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Schweden. Und nach seinem geglückten Europacup-Debüt in Meribel sowie dem Gewinn von gleich drei Silbermedaillen bei Deutschen Jugend-Meisterschaften in dieser Saison überzeugte Jacob auch bei seinem bislang wichtigsten Rennen. In der Abfahrt belegte er als einer der Jüngsten im Feld unter 73 Startern den 36. Platz und war damit bester Deutscher. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte mit dem 20-jährigen Simon Jocher (42.) nur noch einen weiteren Fahrer am Start. Insgesamt ist der DSV mit acht Mädchen und sieben Jungs bei der WM in Schweden vertreten.


Silber im Gepäck

Wenn der Frankenwälder - er wurde nur für die Abfahrt nominiert - am Freitag von Trondheim mit Zischenlandungen in Oslo und Kopenhagen nach München zurückfliegt, hat er aber wieder eine Medaille im Gepäck. Denn Jacob wurde bei der Abfahrts-Siegerehrung am Donnerstagabend mit Silber für Platz 2 in der Altersklasse U18 dekoriert. Im Jahrgang 1999 war nämlich nur der Norweger Markus Nordgaard Fossland um 0,90 Sekunden schneller als der Eppenreuther.

"Schweden ist wunderschön", berichtet Jacob Schramm begeistert. "Ich könnte mir vorstellen, hier mal zu leben. Es ist zwar jeden Tag saukalt, aber immer sonnig." Derzeit herrschen in Are Temperaturen um die minus zehn Grad. Ideale Bedingungen für die Skifahrer. "Der Schnee ist total geil, die Piste optimal", schwärmt Jacob. Das nutzte der zwei Nummern nach Jacob Schramm als Fünfzigster gestartete Österreicher Raphael Haaser und fuhr noch auf Rang 3.


Zwei Fehler

Jacob hatte in seinem Rennen "einen kleinen und einen etwas größeren Fehler", wie er sagt. Wäre er nicht bei zwei Sprüngen etwas weit geflogen, hätte es noch weiter nach vorne gehen können. "Bei der zweiten Zwischenzeit lag ich noch auf Rang 23", weiß der 18-Jährige, der aber dennoch mit seinem WM-Debüt vollauf zufrieden war. "Die Nominierung war schon eine große Überraschung für mich. Das Rennen hat dann brutal Spaß gemacht", sagt der für den SC Bad Aibling startende Gymnasiast am Skigymnasium Berchtesgaden.

Der DSV-Cheftrainer für den Nachwuchs, Andreas Ertl, selbst ehemaliger Weltcupfahrer und Bruder von Olympiasiegerin Martina Ertl, war vollauf zufrieden mit seinem Jüngsten im Team: "Jacob macht sehr gute Fortschritte in den Speedisziplinen und ist eine sehr gute Abfahrt gefahren. Für ihn war die erste WM nur zum Erfahrung sammeln gedacht. Denn er hat ja noch drei weitere Jahre im Junioren-Alter." Und vielleicht irgendwann sogar die Chance, um die WM-Medaillen mitzufahren? Jacob weiß, was ihm zur Weltspitze im Jugendbereich noch fehlt: "Die Top-Leute fahren nicht besser, sondern sind körperlich einfach viel fitter und haben einfach mehr Erfahrung. Das sieht man daran, wie entschlossen sie ihre Schwünge durchziehen."