Der Edelmann-Ringweg wurde nach dem Heimatforscher Hans Edelmann (1888 - 1973) benannt und führt kreisförmig rund um Kulmbach. Auf dieser Route ist alles geboten, was das Herz von Naturliebhabern und Trailläufern erfreut: enge Bachtäler, tiefe Wälder, offene Höhenrücken und spannende Pfade. Aus sportlicher Sicht ist diese Tour mit dem Prädikat "schwer" zu versehen: Auf einer Distanz von 31 Kilometern sind 1400 Höhenmeter (700 Höhenmeter im Aufstieg und 700 Höhenmeter im Abstieg) verpackt. Michael Kraus startete mit einem Quartett vom Kauernburger Schlössla auf dem Radweg zunächst Richtung Kauerndorf, dann über die Brücke über den Weißen Main und bergauf Richtung Plassenburg. Im Buchwald führen Waldwege am Waldschlösschen vorbei, dann bergauf nach Tennach.

Nach 6,5 Kilometern wird der Rangabauer passiert. "Eine Einkehr ist aber heute nicht vorgesehen", betont Michael Kraus. Im flotten Tempo laufen die Ausdauersportler weiter auf offener Flur Richtung Rehturm. Kurze Zeit später sind die Läufer aber schon wieder im Wald verschwunden. Ein idyllischer Pfad führt vorbei an der Nagelquelle und Rehbrünnlein zum ehemaligen Signalturm. Herrliche Pfade, die viel Laufspaß bieten, führen hinab zum Weiler Kessel. Über Mangersreuth und Melkendorf wird nach 18,5 Kilometern die "Kieswäsch" erreicht. Jetzt ist eine kurzes Pause angesagt.

Seidenhof, Burghaig, Metzdorf und Ziegelhütten (Kilometerpunkt 23,5) sind die nächsten Stationen. Auch auf diesen Abschnitten werden Weitblicke in die Landschaft genossen. Richtig urig wird's wieder im Wald bergauf zum Trimm-Dich-Pfad. Der Anstieg wird ein Kraftakt: gut 190 Höhenmeter sind auf einer Distanz von 2,5 Kilometern zu bewältigen. Bei der Dreibrunnen-Quelle ist der schwierigste Teil geschafft, und die Blockhütte am Trimm-Dich-Pfad bald erreicht.

Zwei steile Rampen warten aber noch! Die erste in Oberpurbach Richtung Eggenreuth. Als Belohnung gibt's den phantastischen Blick Richtung Fichtelgebirge. Kehren führen hinunter in den Kauernburger Grund zur zweiten Rampe: ein Trailweg im Teufelsgraben. Aichig ist jetzt in Sicht. Über Kopfsteinpflaster geht's hinunter, wo nach 3:21 Stunden der Ausgangspunkt erreicht ist. Susanne Schubert sagt: "Auch das war wieder ein neuer toller Landschaftslauf."



Jetzt zum Rennsteiglauf
In Sachen Laufen ist der Mainleuser Thomas Lauterbach schon ein "alter Hase". Seit etwa 25 Jahren gehören die Laufschuhe zu seinem Leben wie das tägliche Brot. Etwa 40 Marathonläufe hat er schon bewältigt und dazu noch einige Ultraläufe wie den Rennsteiglauf über 72,7 Kilometer, den er heuer zum fünften Mal unter die Füße nimmt. "Den Edelmann-Ringweg kenne ich schon seit fünf Jahren und laufe diese Runde im Jahr so drei bis vier Mal", sagt er. Der schönste Streckenabschnitt liegt für ihn zwischen Rehbergturm und Herrenweiher, "weil da das größte Trailgefühl aufkommt (Wurzelpfade)" und ergänzt: "Landschaftlich reizvoll ist auch der Anstieg zur Drei-Brunnen-Quelle".

Die anspruchvollsten Streckenabschnitte sind für ihn "die langen Anstiege durch den Buchwald hinauf zur Plassenburg und vom Gründla zum Trimm-Dich-Pfad".

Für das Quartett war es die letzte lange Laufeinheit vor ihrem großen Lauf, dem Rennsteiglauf am Samstag, 9. Mai. Während Thomas Lauterbach wieder den langen "Kanten" über 72,7 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld ins Visier nimmt, ist es für Cordula Lauterbach, Susanne Schubert und Johannes Henninger die Premiere beim Rennsteiglauf. Das Trio wird erstmals eine Strecke mit 43,5 Kilometern in Angriff nehmen, die über die klassische Marathondistanz (42,195 Kilometer) hinaus geht.