Ein hartes Jahr liegt hinter den Fußballern des SV Grafengehaig: Eine ganze Saison um den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga Bayreuth/Kulmbach gekämpft, bis zum Schluss gehofft und dann doch abgestiegen. Über die Gründe, warum es nicht gereicht hat, und über die Perspektiven der Mannschaft, die zum Saisonstart in der Kreisklasse am Samstag beim TSV Bindlach II gastiert, sprachen wir mit Fußballabteilungsleiter Christoph Wirth.

Wie war die Gemütslage, als klar wurde, es reicht heuer nicht zum Klassenerhalt?
Christoph Wirth: Wir sind vor einem Jahr zum Aufstieg in die Kreisliga gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Es hatte den Anschein, als will es keiner machen, dann haben wir's halt mitgenommen. Uns war von Anfang an klar, dass es beim Abenteuer Kreisliga gegen den Abstieg gehen wird.
Bitter war nur, wie der letzte Spieltag für uns gelaufen ist, als wir den Meister TSV Bindlach am Rande einer Niederlage hatten. In der 90. Minute lief ein Stürmer von uns allein aufs Tor zu - das hätte der Siegtreffer sein können und hätte uns ein Ausscheidungsspiel gegen den TSV 08 gebracht. Im Gegenzug haben wir dann den Bindlacher Siegtreffer kassiert. Es ist schade gewesen, dass es nicht gereicht hat, aber es ist keiner in Tränen ausgebrochen.

Woran hat es gelegen? Was fehlte am Ende?
Es ging schon in der Saisonvorbereitung an mit mittelschweren bis richtig schweren Verletzungen, das hat sich durch die ganze Saison gezogen. In der Saison, als wir Meister wurden, da war nie einer verletzt. In der Kreisliga hat's uns knüppeldick erwischt: Schienbeinbruch, Handgelenk gebrochen, Kreuzbandriss und Gehirnerschütterung. Vier Stammspieler sind kontinuierlich ausgefallen, das konnten wir nicht ausgleichen. Das soll aber keine Ausrede sein. Wir haben auch gesehen, dass einige Spieler ihr Potential nicht abrufen konnten. Uns hat vielleicht ein Leitwolf gefehlt, ein erfahrener Spieler, der das Szepter in die Hand genommen hätte.

Welche Maßnahmen werden nun ergriffen?
Wir gehen in die neue Saison mit einem neuen Trainer, was allerdings nichts mit dem Abstieg zu tun hat. Thomas Wind war acht Jahre bei uns und hat eine überragende Arbeite abgeliefert. Wir waren uns mit ihm einig, dass wir mal was Neues machen müssen. Mit Tobias Sesselmann wurde ein junger Trainer verpflichtet, der bei Vatanspor erfolgreich war. Wir haben außerdem zwei ehemalige Jugendspieler zurückbekommen: Carl-Philipp Dietzel von FC Eintracht Münchberg aus der Bezirksliga und vom VfR Neuensorg Martin Radowicz. Aus der Jugend schnuppern zwei hoffnungsvolle Talente bei der ersten Mannschaft mit rein. Ansonsten hatten wir bis auf Luan Vanderlei (FC Marktleugast) und Florian Schütz (FC Hohenberg) keine Abgänge bei den Feldspielern. Dafür sind alle drei Torhüter weg - das könnte schwierig werden. Aber wir haben zwei Keeper, die unser volles Vertrauen genießen. Und sie haben auch in der Vorbereitung ihre Sache gut gemacht.

Wie lauten die Ziele für die kommende Saison?
Vom direkten Wiederaufstieg kann keine Rede sein. Was für uns primär zählt: Wir wollen eine sorgenfreie Saison spielen und einen einstelligen Tabellenplatz.