Neuzugänge, zurückkehrende verletzte Spieler, Neuausrichtung der Saisonziele: Die Trainer des SSV Kasendorf, ATS Kulmbach, VfR Katschenreuth und TSV Neudrossenfeld II resümieren den bisherigen Saisonverlauf in der Fußball-Bezirksliga Ost.

SSV Kasendorf

Kasendorf steht mit 31 Punkten auf Rang 5. Christoph Wächter, Trainer des Landesligaabsteigers, ist rundum zufrieden: "Unser Ziel war es, gut in die Liga reinzukommen und das haben wir eindrucksvoll geschafft. Es war für uns wichtig, erst einmal Selbstvertrauen zu tanken, denn das ging in der letzten Saison verloren. Unser Saisonstart war perfekt, aber wir haben das auch realistisch gesehen und wussten, dass das nicht die ganze Saison so läuft." Dem Remis zu Hause gegen Mistelbach zum Auftakt folgten sechs Siege, ehe ein 1:4 gegen den aktuellen Spitzenreiter FC Trogen die Serie beendete.
Ein Einschnitt war, als der SSV drei Spiele in Folge verlor. "Das gehört dazu. Ich bin seit drei Jahren in Kasendorf und die Stimmung im Verein und in der Mannschaft war immer gut. Auch, wenn es mal nicht so läuft", sagt Wächter. Die gute Stimmung kommt nicht von ungefähr. Der SSV Kasendorf ist ein gewachsener Verein, die Spieler bleiben ihm in der Regel längere Zeit treu. "Der Verein wird sehr gut geführt und die Vorstandschaft übt keinerlei Druck auf die Mannschaft und das Trainerteam aus. Es passt einfach und auch die Spieler, die schon mal Erfahrungen bei anderen Vereinen gemacht haben, fühlen sich beim SSV wohl."


SSV will vorne mitspielen

Das Ziel für die restliche Saison bringt Trainer Wächter auf den Punkt: "Wir wollen auf jeden Fall im vorderen Drittel dabei sein." Neue Spieler will er nicht verpflichten. "Wir haben einen sehr großen Kader, vermutlich einen der größten der Liga. Ich dachte, dass es schwierig werden würde, die Jungs bei Laune zu halten und ihnen die nötige Spielzeit zu geben. Aber es lief bisher überraschend gut." Zudem werden nach der Pause Niklas Deller und Flo Hartmann wieder zum Kader stoßen.

ATS Kulmbach

Nach 18 Spielen steht der ATS Kulmbach mit 30 Punkten auf Platz 6. Trainer Florian Ascherl kann mit dieser Ausbeute leben: "Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir Kontakt zu den oberen Plätzen halten wollen. Das haben wir einigermaßen geschafft und wir gehen ja auch mit dem wichtigen Sieg in der Saas in die Winterpause. Ich bin zufrieden. Wir mussten eine fast komplett neue Mannschaft aufbauen, und die Verletztenliste war zeitweise sehr lang. Schade, dass wir trotzdem den einen oder anderen Punkt haben liegen lassen. Aber das muss ich meiner Mannschaft auch zugestehen, so weit sind wir eben noch nicht."
Ascherls Saisonziel: "Wir wollen uns unter den Top-Mannschaften, also hinter Kasendorf, Röslau, der Saas und Mistelbach einreihen. Es wird sich zeigen, ob vielleicht doch mehr drin ist." Es komme auch darauf an, wie die sich die zuletzt verletzten Spieler nach der Winterpause schlagen. Auf jeden Fall sei der Kader dann wieder breiter aufgestellt. "Und wenn wir den einen oder anderen Spieler neu dazu verpflichten können, würden wir unserem Ziel, vorne mit dabei zu sein, einen Schritt näher kommen."


Nacak und Förster wieder fit

Neben Izet Nacak werden Patrick Dippold, Florian Böhmer und Florian Förster im Kader zurückerwartet. Allerdings müsse den Kreuzbandpatienten Dippold und Böhmer die notwendige Zeit geben werden. "Da werden wir kein Risiko eingehen", sagt Ascherl. Sicherer Neuzugang ist Marco Konradi vom Landesligisten FSV Bayreuth. Der ATS ist noch mit einigen Spielern im Gespräch.
Den überzeugenden 3:2-Sieg in der Saas nennt Ascherl als einen der Höhepunkte in dieser Saison. Geschmerzt haben dagegen die Niederlagen im Rückspiel beim VfR Katschenreuth und beim TSV Mistelbach.

VfR Katschenreuth

Als Neuling kann der VfR Katschenreuth mit Platz 9 und drei Spielen im Rückstand nicht meckern. VfR-Coach Detlef Zenk sagt: "Wir sind zufrieden, denn wir haben bislang 26 Punkte mit einem unveränderten Kader geholt. Die Hoffnung, dass sich die jungen Spieler entwickeln, ist uneingeschränkt eingetreten. Es ist unglaublich, wie die Jungs die Liga und die veränderten körperlichen Voraussetzungen angenommen haben. Wir sind die beste Heimmannschaft, das fairste Team in der Bezirksliga und haben die meisten Zuschauer."
Von der Euphorie des Aufstiegs lebt die Mannschaft nach wie vor, wie Zenk einräumt: "Wir feiern jedes Spiel und das merkt man den Spielern auch an. Die Jungs sind jetzt in der Liga, in der sie eigentlich spielen wollen. Die Stimmung in der Mannschaft könnte nicht besser sein."
Neben dem Torjäger aus Kreisliga-Zeiten, Julian Angermann, musste der VfR bislang auch auf Martin Meisel, Philipp Knoll und Matthias Weigel verzichten. Außerdem fielen Fabian Heinel und Florian Stübinger längere Zeit aus. Perspektivspieler wie Martin Schubert, Fabian Weber oder André Leppert mussten ebenfalls aussetzen. Bei Angermann, der zum zweiten Mal in Folge operiert wurde, ist Zenk zuversichtlich, dass er in die Vorbereitung für die Restsaison einsteigen kann. Die anderen Spieler benötigen noch eine längere Regenerationszeit.


Ziel ist der direkte Klassenerhalt

Zenks Ziel ist Platz 11, also der direkte Klassenerhalt. Personell nachlegen will der VfR nicht. Das Jahr 2017 war für den VfR und Trainer Zenk ein "absoluter Wahnsinn." Höhepunkte waren für den Trainer der erste Bezirksligasieg gegen Röslau und die beiden Derbys zu Hause gegen Kasendorf und den ATS Kulmbach.

TSV Neudrossenfeld II

Mit nur sieben Punkten aus 18 Spielen steht der TSV ganz unten in der Bezirksliga. TSV-Coach Mario Franke sieht die Situation nüchtern: "Wir sind natürlich mit anderen Erwartungen in die Saison gegangen, auch aufgrund der Spieler, die im Kader waren. Wir hatten die Hoffnung, dass wir mit dem vorhandenen Personal recht gut durch die Vorrunde kommen - aber das hat sich relativ schnell ins Gegenteil umgewandelt, sowohl im Landesligakader als auch bei uns in der Bezirksliga." Es seien sehr viele Verletzte dazu gekommen, die dauerhaft gefehlt haben. "So kam die Negativserie zustande, als wir oft chancenlos waren, weil wir auch mit Spielern aus der dritten Mannschaft arbeiten mussten. Da waren wir in dieser starken Liga nicht konkurrenzfähig."
Dauerhaft hatte Mario Franke zwischen vier und sechs verletzte Spieler zu beklagen. Dazu gehörten Daniel Sendel (Kreuzbandriss), Jan Löhrlein (Innenbandriss), Stefan Wölfel (Adduktorenzerrung), Carl Ziegler (Wirbelschaden) und Matthias Hacker (Schambeinentzündung).
"Diese Ausfälle ließen sich nicht kompensieren. Ziel ist nach wie vor, junge Spieler in der zweiten Mannschaft weiter zu entwickeln und sie an die Landesliga heranzuführen. Das geht aber nur, wenn sie auf Dauer fit sind und auch spielen können. Wir haben in den letzten beiden Jahre gezeigt, dass wir da mithalten können, auch wenn es zwischendrin mal eine Niederlagenserie gibt. Dass es so knallhart gekommen ist - das passiert im Fußball und damit müssen wir auch umgehen." Absoluter Tiefpunkt war für den TSV die 3:9-Niederlage beim VfR Katschenreuth.


Relegationsplatz im Visier

Für die Rückrunde setzt Franke auf das Prinzip Hoffnung: "Wir sind in der Lage, die Mannschaften, die um uns rum sind, zu schlagen. Da versuchen wir einfach, das Beste daraus zu machen." Ziel ist es, den ersten Relegationsplatz zu erreichen. Die TSV-Reserve bekommt drei Punkte aus dem Trogen-Spiel zugesprochen (wir berichteten) und liegt so nur drei Zähler hinter dem Relegationsplatzinhaber ATS Hof/West.
"Da ist auf jeden Fall noch alles drin, denn wir haben Hof noch zu Hause. Ich bin guter Dinge, dass wir mit einer guten Vorbereitung den Vorteil auf unserem Kunstrasenplatz nutzen und wieder mehr Punkte holen. Wir wollen den drittletzten Platz erreichen, alles andere wäre vermessen", sagt Franke. Klar ist, dass der TSV mit seiner zweiten Mannschaft nicht auf Spielersuche gehen wird.