Auch Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth fand am Samstag kein Mittel gegen die zuletzt in fremden Hallen ausgesprochen formstarken Basketball Löwen Braunschweig: Die Niedersachsen, die zuvor bei Euroleague-Viertelfinalist FC Bayern München sowie bei Meister ALBA Berlin Überraschungssiege eingeheimst hatten, konnten ihre Erfolgsserie auch in der Oberfrankenhalle mit 77:64 (38:24) eindrucksvoll fortsetzen.

Bundesliga

Medi Bayreuth - Braunschweig Löwen 64:77

(15:17, 9:21, 17:25, 23:14)

Eine indiskutable Trefferquote von nicht einmal 20 Prozent (Walker 0/6, Bartley 1/6), gepaart mit deutlichen Problemen im Ballvortrag und einem schlampigen Defensivverhalten waren der Grund dafür, dass die Bayreuther zur Halbzeit gegen keinesfalls übermächtig aufspielende, aber engagiert verteidigende Braunschweiger bereits deutlich im Hintertreffen lagen. Bezeichnend für die Partie war aus Bayreuther Sicht die Szene vor dem Gang in die Kabine: In ihrem letzten Angriff kamen die Gäste zu insgesamt drei Offensivrebounds, bevor der junge Litauer Arnas Velicka mit einem Korbleger zur 38:24-Führung traf (20.).

Auch nach dem Seitenwechsel machten die Bayreuther da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da empfing Trainer Raoul Korner seinen Mannen nach einem 0:7-Lauf (24:45, 22.) sichtlich erzürnt zu einer Auszeit an der Seitenauslinie. Nach weiteren fünf Punkten der Gäste (24:50, 24.) war es Lazeric Jones, der die Flaute der Bayreuther zu Beginn der 2. Halbzeit beendete. Aber auch danach bekamen die fahrig und konzeptlos wirkenden Wagnerstädter keinerlei Zugriff auf die Partie.

26 Punkte Rückstand

Bei Korners zweiter Auszeit in diesem Viertel betrug der Bayreuther Rückstand weiterhin 26 Punkte (37:63, 29.), bevor es kurz darauf in die letzte Pause (41:63, 30.) ging.

Erst zu Beginn des Schlussabschnitts zeigten die Bayreuther Einstellung und Kampfgeist, wie man es sich von Beginn an gewünscht hätte. Frank Bartley krönte einen 9:0-Lauf von der Dreierlinie zum 50:63 (34.), bevor der Ex-Bayreuther James Robinson die Aufholjagd von der Dreierlinie stoppen konnte. Lazeric Jones konnte kurz darauf weiter verkürzen (57:68, 37.), Kay Bruhnke sorgte mit einem Dunking nochmals für einen einstelligen Rückstand (59:68, 38.). Mehr als Ergebniskosmetik war dies letztendlich jedoch nicht. Dafür war auch im besten Bayreuther Viertel an diesem "mehr als gebrauchten Tag" die Fehlerquote einfach zu hoch. Den Schlusspunkt setzte schließlich Gästespielmacher Robinson zum 64:77 von der Dreierlinie.

"Letztendlich war es über drei Viertel eine beschämende Vorstellung. Das muss man in dieser Deutlichkeit sagen", ging Raoul Korner mit seinen Mann nach der Partie hat ins Gericht. "Wir haben in der Offensive keinen Rhythmus gefunden und auch die freien Würfe nicht getroffen, wodurch wir uns komplett aus dem Konzept haben bringen lassen. Die Köpfe hingen, und so kamen wir in eine Negativspirale, die wir bis zum dritten Viertel nicht brechen konnten", so der Österreicher.

Mit Dererk Pardon, Matt Tiby und Osvaldas Olisevicius bekamen drei Spieler aus der Startformation nach der Pause nur noch wenig Spielzeit. David Walker, an dem das Spiel komplett vorbeilief (0/6 Würfe, 0 Rebounds), kam gar nicht mehr zum Einsatz. Bester Bayreuther war am Ende Center Andreas Seiferth, der die Partie mit einem Double-Double (13 Punkte, elf Rebounds) beendete. Bei den Gästen präsentierte sich Nationalspieler Karim Jallow mit zehn Punkten, acht Rebounds, fünf Assists und drei Ballgewinnen vielseitig.

Medi Bayreuth: Pardon (4), Jalalpoor (8/2), Bruhnke (5/1), Doreth (6), Seiferth (13), Jones (9), Tiby (9), Walker, Bartley (5/1), Olisevicius (5/1) / Basketball Löwen Braunschweig: Wank (8/1), Watkins (0), Zeeb (8/2), Van Slooten (8/1), Robinson (10/3), Göttsche (0), Peterka (8/2), Velicka (11/1), Schilling (10), Jallow (10/1), Turudic (4)