Die MHP Riesen Ludwigsburg haben ihrem Ruf als Angstgegner von Medi Bayreuth einmal mehr alle Ehre gemacht: Mit einem 97:92 (49:51) - Sieg am 25. Spieltag stoppte der derzeitige Tabellenführer der Basketball-Bundesliga die zuvor vier Siege zählende Erfolgsserie der Wagnerstädter und verteidigte damit seinen Heimnimbus. Im 15. Pflichtspiel-Duell seit dem Amtsantritt von Medi-Coach Raoul Korner im Sommer 2016 war es der nunmehr 11. (!) Erfolg der Schwaben.

Bundesliga:

MHP Riesen Ludwigsburg -

Medi Bayreuth 97:92

(29:24, 20:27, 28:20, 20:21)

"Wir müssen gut auf den Ball aufpassen und dürfen Ludwigsburg nicht ins Laufen kommen lassen, klingt einfach, ist es aber nicht", formulierte Raoul Korner vor der Partie und warnte explizit vor der Physis des Tabellenführers, die seinem Team "nicht wirklich liegt".

Kein einfaches Spiel: Bayreuther mussten kämpfen

Und es wurde erwartungsgemäß nicht einfach für die Bayreuther, denn die Schwaben starteten mit viel Energie in die Partie und zogen bereits nach zwei Minuten auf 10:2 davon. Schnell gelang es den Gästen danach jedoch, die eigene Intensität hochzufahren, die Physis der Hausherren anzunehmen und das Spiel bis zur ersten Viertelpause (29:24, 10.) wieder ausgeglichener zu gestalten.

Mit einem 7:0-Lauf (29:31, 12.) starteten die Korner-Schützlinge in den zweiten Spielabschnitt und nötigten Riesen-Coach John Patrick die erste Auszeit ab. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes und insbesondere offensiv sehr ansehnliches Spiel, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Während die Riesen immer wieder aus der Distanz trafen (8/22 Dreier), kamen die Bayreuther gut an das Brett der Hausherren durch und konnten dort hochprozentig vollstrecken (83 Prozent).

Frank Bartley, der überragende Bayreuther im ersten Durchgang mit insgesamt 17 Punkten und nur einem einzigen Fehlwurf, sicherte den Wagnerstädtern an der Freiwurflinie eine 51:49-Pausenführung (20.). "Wir müssen weiter im Rebound dagegenhalten und aggressiv bleiben", gab Bartley die Losung für die zweite Hälfte auf dem Weg in die Kabine aus.

Bayreuther verfolgen Defensive

Bis Mitte des dritten Viertels konnten die Bayreuther diese Defensive verfolgen, dann gelang es den Schwaben zunehmend besser, den Weg zu ihrem eigenen Brett zu verstellen und die eigenen Vorteile in den Rebound-Duellen an beiden Enden des Feldes auszuspielen. Bis auf 77:68 konnten die Ludwigsburger in dieser Phase davonziehen, bevor Osvaldas Olisevicius kurz vor der letzten Viertelpause für Bayreuth von der Dreierlinie traf (77:71, 30.).

Mit einem 9:2-Lauf eröffneten die Bayreuther den Schlussabschnitt und holten sich damit die Führung nach einem Freiwurftreffer des nun immer stärker werdenden Olisevicius zurück (79:80, 35.). Ludwigsburg antwortete prompt und profitierte in dieser Phase von einigen Unkonzentriertheiten der Bayreuther, bei denen beispielsweise der diesmal offensiv schwache Pardon (2 Punkte) zweimal an der Freiwurflinie verfehlte (87:84, 39.), während Riesen-Routinier Tremmel Darden im Gegenzug von der Dreierlinie traf.

Nach Seiferths' Anschluss zum 90:87 machte Ludwigsburgs Spielmacher Jaleen Smith, der als heißer Anwärter auf die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Liga gilt, eindrucksvoll Werbung in eigener Sache: Der US-Amerikaner (17 Punkte) traf aus der Halbdistanz zum 92:87 und blockte im Gegenzug spektakulär gegen Medi-Topscorer Bartley, dem mit 31 Punkten ein neuer Karriere-Bestwert glückte. Zwei Freiwurftreffer von Darden zum 97:92-Endstand sicherten dem somit zu Hause weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer letztendlich den 23. Saisonsieg. "Es war ein gutes Spiel von uns, wir haben uns teuer verkauft, der kurze Lauf der Ludwigsburger kurz vor Spielende war letztendlich entscheidend", so Medi-Center Andreas Seiferth, der mit 11 Punkten und 9 Rebounds knapp an einem Double-Double vorbeischrammte.

Die Statistik

  • MHP Riesen Ludwigsburg: Hulls (21/5), Jac. Patrick (3/1), Smith (17/2), Brown (6), McLean (15/1), Herzog (0), Polas Bartolo (22/3), Wohlfarth-Bottermann (0), Rodriguez (2), Darden (9/1), da Silva (2)
  • Medi Bayreuth: Pardon (2), Bruhnke (0), Doreth (4), Seiferth (11), Jones (6), Tiby (8/1), Walker (11/3), Bartley (31/3), Olisevicius (19/2)
  • Schiedsrichter: Reiter, Kovacevic, Theis