6000 Quadratmeter der ehemaligen Kulmbacher Spinnerei sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Das sorgte beim Mainleuser Gemeinderat in der Sitzung am Montag für Sorgenfalten - vor allem mit Blick auf die Größe Fläche, die das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vorgesehen hat.

Bürgermeister Robert Bosch (CSU) zeigte zwar Verständnis für die Belange des Denkmalschutzes, "aber es sollte auch das Interesse vor Ort für eine wirtschaftliche Entwicklung des Geländes beachtet werden", sagte er mit Blick auf die vorgesehenen Schutzflächen. "Das schlägt einen Pflock in unsere freie Raumplanung", erklärte Bosch, der in diesem Zusammenhang auf anstehende Begehungen und Planungen verwies, die in der Durchführung eines Architektenwettbewerbs enden sollen.


Gebäude sind 110 Jahre alt

Nach den Plänen des Landesamts sollen das frühere Wohn- und Geschäftshaus, die alte Baumwollhalle und die Weberei der 110 Jahre alten Spinnerei unter Schutz gestellt und erhalten werden, gab der Bürgermeister dem Gremium bekannt.

Bosch: "Es muss einen Kompromiss zwischen historischen und wirtschaftlichen Interessen geben. Und diesen werden wir im Dialog mit dem Denkmalschutz suchen."

Insgesamt ist das ehemalige Spinnereigelände, das sich seit 1. Januar im Gemeindebesitz befindet, 108 000 Quadratmeter groß.

Hannelore Lindner (FW) verwies auf einen geplanten Besichtigungstermin, bei dem man Informationen als Entscheidungsgrundlage sammeln könne. Erst dann sollte man der Behörde antworten.

Sebastian Türk (CSU) sprach von einem großen Kulturschatz, den die ehemalige Spinnerei darstelle. Dennoch sollte der angestrebte Architektenwettbewerb abgewartet werden.


Gibt es zeitlichen Druck?

Doch haben die Räte überhaupt so lange Zeit für eine Stellungnahme? "Gibt es Druck?", wollte Michael Marx (SPD) wissen. "Je früher wir uns äußern, desto früher bekommen wir eine Antwort und können eine Lockerung erreichen", betonte Bürgermeister Bosch.

Das sah auch Dieter Pöhlmann so (CSU) so: "Wir sollten schnell handeln, bei den 6000 Quadratmetern haben sie uns ja auch nicht gefragt." Sebastian Türk ergänzte, dass die Frist im Rahmen des Denkmalverfahrens bis Ende 2018 läuft.

Siegfried Escher (CSU) sprach sich dafür aus, erst die geplante Besichtigung am 20. Juli abzuwarten und danach gegebenenfalls eine Sondersitzung des Gemeinderats einzuberufen.