Vielleicht wird das Gelände der Spinnerei, wie einst von seinem Gründer erdacht, wieder zum Mittelpunkt des Lebens in der Marktgemeinde Mainleus. Das hofft jedenfalls Sebastian Türk von Mainleus Invest. Auch wenn die Immobiliengesellschaft das gesamte Areal längst an den Markt verkauft hat, liegt dem Unternehmen noch immer die Zukunft des gesamten Geländes am Herzen. Schließlich war es Mainleus Invest, das die Industriebrache vor dem Abriss geschützt hat und für eine "angemessene" Verwertung eingetreten ist.

Zum "Tag der Städtebauförderung" konzipierten Sebastian Türk, Arno Friedrichs, Silka Gebhardt, Martin Pöhner und Robert Grötschel eine sehenswerte Ausstellung, die an die Glanzzeiten der Spinnerei erinnert. Echte Angorawolle mit der Banderole der Spinnerei wurde gezeigt, das Büro von Fritz Hornschuch wurde nachgebaut. Es gab Spinnräder und Webstühle zu sehen.


Für "qualitätvolle Architektur"

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz zeigte sich beeindruckt von der Ausstellungskonzeption. Die Städtebauförderung sorge für einen Ruck vor allem in Oberfranken. Von insgesamt 76 Kommunen, die bayernweit von dem Förderprogramm profitieren möchten, hätten sich 20 aus der Region für Projekte angemeldet. "Es ist wichtig, dass wir uns in Oberfranken qualitätvolle Architektur zutrauen", sagte Piwernetz.

In der alten Spinnerei war eine weitere Ausstellung mit beispielhaften Umbauten zu sehen. Dargestellt waren die Sanierung des Kulmbacher Rathauses, das Kräuterdorf Nagel und viele weitere Maßnahmen. Leonard Valier, Ingo Quaas und Bettina Seliger von den Büros für Städtebau und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner, vom Stadtplanungsbüro Planwerk in Nürnberg und vom Büro Cima konkrete Vorgehensschritte vor. Wichtig sei es, Wettbewerbe auszuschreiben und ein Quartiersmanagement zu installieren.


Landrat: Chancen ergreifen

Landrat Klaus Peter Söllner freute sich über die Ausstellung zur Spinnereigeschichte. "Sie trägt zur Identifikation der Bürger mit dem Projekt bei. Es geht jetzt darum, Chancen zu ergreifen", sagte er.

Die Marktgemeinde Mainleus ist bereits mitten im Planungs- und Realisierungsprozess. Bürgermeister Robert Bosch wünscht sich eine aktive Beteiligung möglichst vieler Bürger. Aus diesem Grund haben bereits ein Ortsspaziergang, der unter dem Motto "Auf der Suche nach der Mainleuser Mitte" stand, und eine Eigentümerbefragung stattgefunden. Am 17. Mai wird eine Planungswerkstatt ins Leben gerufen. "In mehreren Gruppen werden die wichtigsten Themen der Ortsentwicklung diskutiert", so Bosch.

Beim "Tag der Städtebauförderung" gab es auch eine Fotoausstellung des Fotoamateurclubs Mainleus-Kulmbach mit Bildern aus Mainleus und eine private Fotoausstellung.