Mindestens einmal im Jahr in Urlaub fahren, mit den Eltern verreisen oder auch allein zu Freizeiten mit Gleichaltrigen, das ist für die meisten Kinder und Jugendlichen selbstverständlich. Selbst im Corona-Jahr 2020 war das mit gewissen Einschränkungen noch für viele Familien machbar.

Manche Kinder kommen dagegen nie raus aus ihrer gewohnten Umgebung. Tapetenwechsel und Abenteuer in den Ferien - das scheitert für sie am fehlenden Geld. Familien mit geringem Einkommen können sich das Verreisen schlicht nicht leisten.

Die Advents-Aktion des Spendenvereins "Franken helfen Franken" der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch die Bayerische Rundschau gehört, soll deshalb dieses Jahr gezielt Kindern aus Familien mit geringem Einkommen zugute kommen. Auch sie sollen einmal die Chance haben, eine Ferienfreizeit zu erleben.

Viele Kinder sind betroffen

Finanzielle Engpässe, die solchen "Luxus" nicht erlauben, betreffen mehr Familien und damit auch mehr Kinder, als man denkt, weiß Soraya Hebentanz, stellvertretende Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbands Kulmbach und dort als Beraterin auch die Fachfrau für alle Fragen rund um Hartz IV. Sie weiß: "Häufig kommen neben den finanziellen Engpässen noch prekäre Wohnverhältnisse dazu."

Ohne Zuschüsse geht es nicht

Damit auch diese Kinder mal Ferien machen können, gut betreut Spaß haben mit Gleichaltrigen, organisiert die Caritas für ihre Kinder- und Jugenderholungen Zuschüsse von verschiedenen Stellen. Die Teilnahme soll nicht daran scheitern, dass die Eltern das dafür nötige Geld nicht haben. Zwischen 600 und 700 Euro kosten die Freizeiten pro Kind. Zuschüsse gewähren unter bestimmten Voraussetzungen das Jobcenter, die AOK, das Jugendamt, die Pfarreien, der Caritas-Diözesanverband und die Kulmbacher Caritas selbst - und künftig gibt es auch Geld aus einem Spendenbudget von "Franken helfen Franken".

Die Kindererholungen der Caritas sind keine Veranstaltungen speziell für bedürftige Kinder. Es sind Ferienangebote, an denen jedes Kind im jeweils passenden Alter teilnehmen darf. Nur dass eben diejenigen, deren Eltern die Freizeit nicht bezahlen können, Zuschüsse erhalten, damit sie trotzdem mitfahren können.

Schon 100 Euro sind ein Problem

Einen Eigenanteil müssen die Eltern immer aufbringen. Rund 100 Euro sind das Minimum, dazu sind noch 50 Euro Taschengeld nötig. "Das fällt vielen Familien schon sehr schwer", sagt Regina Greim-Weith, die in Kulmbach für alles Organisatorische rund um die Caritas-Kindererholungen zuständig ist. Und sie versucht zu helfen, wo sie kann: "Ich suche solange nach Geld, bis ich die Freizeit für das Kind finanziert habe." Dass sie dafür nun auch über "Franken helfen Franken" und damit durch die Leser der Bayerischen Rundschau Hilfe bekommt, freut sie persönlich sehr. "Wenn wir gemeinsam Kindern dieses tolle Erlebnis ermöglichen können, dann ist das ein sehr schönes Gefühl."

Vier Häuser, vier Altersgruppen

Und welche Freizeiten gibt es? "Wir haben vier Häuser, mit denen wir zusammenarbeiten", erzählt Greim-Weith. An der Nordsee auf der Insel Sylt, an der Ostsee auf der Insel Usedom, in Grünheide am Peetzsee (nahe Potsdam) und in Teuschnitz im Frankenwald finden alljährlich während der Sommerferien zweiwöchige Freizeiten statt. "Es sind aktive und spannende Ferien für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren". Die Jüngsten sind im Frankenwald, die Älteren an der See.

Für alle gibt es zwei Wochen erlebnisreiche Ferien mit Spiel und Sport, Ausflügen, Wanderungen, Basteln und Badespaß, aber auch Ruhezeiten. "Es geht uns darum, dass die Kinder aktiv sein und sich entspannen können, in der Gemeinschaft einmal etwas Neues erleben und dabei durch pädagogisch geschulte Mitarbeiter in kleinen Gruppen gut betreut werden."

Heilsame Effekte

Dabei eignen sich die Ferienorte auch besonders für Kinder und Jugendliche mit Bronchitis, Allergien und nervöser Erschöpfung. Ein geregelter Tagesablauf gibt den Ferien Struktur.

Coronabedingt konnten in diesem Jahr leider nicht alle Kinder- und Jugenderholungen der Caritas stattfinden. "Aber wir konnten zumindest zwei Freizeiten anbieten". Gerade in diesem Jahr waren diese Ferien für die Kinder sehr wichtig, sagt Regina Greim-Weith. Denn mehr als sonst waren sie an die Wohnung gebunden, viele Freizeiteinrichtungen hatten ganz oder teilweise geschlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt, Vereinsangebote mussten ebenfalls ausfallen.

Im nächsten Jahr hoffen die Verantwortlichen darauf, wieder vier Freizeiten durchführen zu können - und dabei möglichst viele Kinder und Jugendliche mitnehmen zu können, die noch nie irgendwo im Urlaub waren.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken -

Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

Kennwort: "Kindererholung"

Spendenverein  Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie der Bayerischen Rundschau sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden bereits deutlich über eine halbe Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.