Es war für Jenni und Collin Nguyen das erste Mal, dass sie Ferien weg von zu Hause machen durften. Die Geschwister nahmen im Sommer vergangenen Jahres an einer Kindererholung der Caritas teil. Für ihre Familie wäre dieser Urlaub normalerweise nicht finanzierbar gewesen. Rund 700 Euro plus 50 Euro Taschengeld pro Kind - für die alleinerziehende Mutter Andrea Nguyen eine Summe, die sie aus eigener Kraft nicht aufbringen kann. Dass beide Kinder trotzdem nach Grünheide bei Potsdam fahren durften und dort eine unbeschwerte Zeit erlebten, verdanken sie finanzielles Zuwendungen.

Ein schönes Abenteuer

Vielen Familien in Kulmbach geht es ähnlich wie den Nguyens: Erholung ist Luxus, den das Budget nicht hergibt. Die Advents-Aktion des Spendenvereins "Franken helfen Franken" der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch die Bayerische Rundschau gehört, soll deshalb dieses Jahr gezielt Kindern aus Familien mit geringem Einkommen zugute kommen. Auch sie sollen die Chance auf eine Ferienfreizeit haben.

Die Geschwister, heute 14 und 10 Jahre alt, haben ihre beiden Ferienwochen sehr genossen. Das Christian-Schreiber-Haus im brandenburgischen Grünheide liegt direkt am Peetzsee.

"Es war toll dort. Das Grundstück liegt direkt am Wasser, sogar mit einem eigenen Steg und Sandstrand", schwärmt Jenni. "Wir konnten vom Steg direkt ins Wasser springen."

Auf dem Gelände des Jugenderholungshauses gibt es eine Spielelandschaft, Spielfelder für Fußball, Volleyball, Basketball und Völkerball, ein Trampolin, eine Kletterwand und Lagerfeuerplätze. Die perfekte Umgebung also für aktive Ferien mit Abenteuer-Charakter.

"Ich war vorher noch nie im Urlaub", erzählt Jenni. Im Schullandheim war sie einmal mit ihrer Klasse und beim Skifahren. Aber richtig verreisen, das war nie möglich.

Vieles ist einfach nicht möglich

Mutter Andrea Nguyen würde ihren Kindern gerne mehr ermöglichen, aber es geht nicht. Die 45-Jährige ist Mutter von sechs Kindern, die älteren sind schon erwachsen, die jüngste Tochter aber erst fünf Jahre alt und Autistin. "Sie braucht besonders viel Betreuung."

Deshalb und weil sie selbst nicht gesund ist, kann die alleinerziehende Mutter nicht arbeiten gehen. "Urlaub können wir uns da natürlich nicht leisten."

Auch kleiner Betrag fällt schwer

So war Andrea Nguyen glücklich, als sie erfuhr, dass sie Jenni und Collin zur Caritas-Kindererholung schicken könnte. 100 Euro Eigenanteil plus das Taschengeld für die Kinder musste sie selbst beitragen. Den Rest bekam sie in Form von Zuschüssen von verschiedenen Institutionen. "Selbst diese Summe ist mir schon sehr schwer gefallen."

Aber die Begeisterung der Kinder hat auch die Mutter glücklich gemacht. Noch heute schwärmen Jenni und Collin von ihren Erlebnissen und freuen sich darüber, dass sie diese als Geschwister teilen konnten.

Was ihnen am besten gefallen hat? "Die Abwechslung. Wir haben Spiele gespielt, es gab Filmabende und zum Abschluss eine Talentshow. Da habe ich ein Lied gesungen", erinnert sich Jenni. Viel Spaß hatten die Geschwister bei den Ausflügen, zum Beispiel in einen Kletterpark, ins Sport- und Spaßbad "Schwapp" in Fürstenwalde und in den Filmpark Babelsberg in Potsdam. "Wir sind mit dem Zug gefahren und haben auch ein bisschen was von Berlin gesehen", erzählt Collin. Sein Fazit "Das war ein super Urlaub!"

Zur Erinnerung bekam jedes Kind eine Foto-CD. Die Bilder schauen sich die Nguyen-Geschwister heute noch gerne an. Dass die Bayerische Rundschau über den Spendenverein "Franken helfen Franken" Geld sammelt, um anderen Kindern das gleiche Ferienerlebnis zu ermöglichen, finden beide klasse.

Finanzielle Engpässe betreffen mehr Familien und damit auch mehr Kinder, als man denkt, weiß Soraya Hebentanz, stellvertretende Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbands Kulmbach. Sie weiß: "Häufig kommen neben den finanziellen Engpässen noch beengte Wohnverhältnisse dazu."

Eine wertvolle Erfahrung

Es sei für die Kinder sehr wertvoll, wenn sie mal raus kommen, etwas erleben, das für andere selbstverständlich ist. "Wir möchten, dass auch finanziell schlechter gestellte Kinder einmal schöne Ferien haben."

Spendenverein  Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie der Bayerischen Rundschau sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt.

Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden bereits deutlich über eine halbe Million Euro von Franken helfen Franken vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken -

Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg

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Kennwort: "Kindererholung"