Ich gebe zu, dass ich die Abende in der jetzt beginnenden kalten und dunklen Jahreszeit gerne einmal vor dem Fernseher verbringe, dick eingewickelt in meiner Kuscheldecke. Dabei bin ich kein Wild-durch-die-Kanäle-Zapper, sondern jemand, der vorher einen Blick in die TV-Zeitschrift wirft, dann mit der Gemahlin über die Alternativen diskutiert und sich schließlich in der Regel anschaut, was sie gerne möchte.

Mörderjagd bis nach Mitternacht

Da trifft es sich gut, dass unsere Interessen - wie es nach Ansicht vieler Paartherapeuten in einer guten Ehe sein sollte - ähnlich sind. Zunächst bevorzugen wir die guten alten öffentlich-rechtlichen Sender, die ohne ständige Werbeunterbrechungen auskommen. Wir lieben Natur- und Gartenfilme und Reisedokus - ach ja, und Krimis in allen Variationen. Das kann dann auch schon mal bis weit nach Mitternacht gehen, wir wollen ja wissen, wer der Mörder war, bevor wir in die Kissen sinken.

Was gar nicht geht, sorry, lieber Alexander Herrmann, sind Kochshows. Denn die haben mit - zumindest meiner - Lebenswirklichkeit nichts zu tun. Ich weiß nicht, wer unlängst die Premiere von "Mälzer und Henssler liefern ab" gesehen hat (ich bin da nur versehentlich reingerutscht, weil unsere neue Fernbedienung irgendwie klemmt, äh ...)? Ja? Dann haben Sie sicher bemerkt, was für ein Chaos die beiden Starköche binnen weniger Stunden in einer riesigen, vorher blitzeblanken Küche hinterlassen haben.

So könnte ich es auch

Ganz ehrlich: So könnte ich auch kochen. Kann ich aber nicht, weil ich nämlich danach alle Töpfe, Pfannen und Schüsseln wieder picobello abspülen und aufräumen müsste, während meine Frau vor dem Fernseher sitzt ...