Die Sanierung der Tiefgarage und die Neugestaltung des Zentralparkplatzes (der künftig Platz des Bieres heißen könnte) wird das Erscheinungsbild der Innenstadt erheblich verändern. Was dabei in der Bevölkerung aber offenbar nicht gut ankommt, sind die vier geplanten Betonhäuschen bei den Abgängen und der Zufahrt zur Tiefgarage.

"Die Gestaltung der Zu- und Abgänge ist problematisch", meinte Bürgermeister Stefan Schaffranek (WGK), "für die optische Akzeptanz des gesamten Projekts in der Bevölkerung aber nicht unerheblich." Dies sei bei der öffentlichen Präsentation der Pläne in der Stadthalle deutlich vernehmbar gewesen.

Deshalb beauftragte die Stadt das Planungsbüro H 2 M, Alternativen für die Gestaltung der Betonhäuschen vorzuschlagen. Architekt Stephan Häublein hielt den Bürgerwunsch nach einer hochwertigeren Platzgestaltung für nachvollziehbar. Er konnte in der Stadtratssitzung am Donnerstag aufgrund der Kürze der Zeit keine vollständig ausgearbeitete Planung vorstellen, aber Möglichkeiten und Anregungen, wie der Platz noch schöner aussehen könnte.

Der sichtbare Beton bei den vier Zu- und Abgängen sei funktional und wirtschaftlich. Aber, so Häublein, es sei möglich, die Zweckbauten mit Glas, Farbe und Licht aufzuwerten. Er zeigte mögliche Varianten, wie die Betonhäuschen bei der Zufahrt von der Sutte, an der Ecke Klostergasse/Grabenstraße, bei der Ladenpassage und bei der "Feuerwache" aussehen könnten. Einfarbig, mehrfarbig, beleuchtet oder bedruckt mit Kulmbach-Motiven - hier sei vieles möglich.


150 000 Euro Mehrkosten

Allerdings kostet die aufwendigere Gestaltung auch Geld: Mehrkosten von zirka 150 000 Euro müssten einkalkuliert werden, sagte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU). Es sei noch zu klären, ob Fördermittel des Freistaats oder der Oberfranken-Stiftung zu bekommen sind. Wenn dem Stadtrat die Neugestaltung der Betonhäuschen letztlich zu teuer erscheint, könne man sie immer noch ablehnen.

Thomas Nagel (FDP) und Simon Moritz (SPD) sprachen sich dagegen aus, das Gesamtprojekt zu verteuern. Die Gesamtkosten von 13,5 Millionen Euro seien hoch genug.

"Der Stadtrat ist gut beraten, hier optisch ansprechende Lösungen zu finden", sagte Bürgermeister Schaffranek und hielt ein Prozent Mehrkosten für vertretbar. Auch Dieter Herold (Die Grünen/Offene Liste) warb für eine ansprechende Gestaltung: "Wir bauen etwas für die nächsten 50 Jahre. Da müssen wir etwas Ordentliches machen."

Die Mehrheit des Stadtrats - gegen acht Stimmen (SPD 7, FDP 1) - konnte sich vorstellen, die Betonhäuschen zu veredeln.


Stadtrat kurz & bündig

Reitender Bote Seit 1. April ist im Kasernenhof der Plassenburg das Parken während der Museumsöffnungszeiten wieder verboten. Die Stadt hatte die Schlösserverwaltung gebeten, die im Winter gültige Regelung beizubehalten. "Wir haben unseren Brief Anfang März abgeschickt", teilte OB Schramm mit. Mit der Ablehnung dieser Bitte habe man rechnen können, aber damit habe sich die Schlösserverwaltung lange Zeit gelassen. Die Antwort der staatlichen Behörde sei erst am 11. April bei der Stadt eingegangen. "Ein unüblicher Vorgang", kritisierte der Oberbürgermeister und mutmaßte, dass möglicherweise ein reitender Bote von München nach Kulmbach unterwegs gewesen sei.

Kommandowagen Die Kulmbacher Feuerwehr bekommt einen neuen Kommandowagen. Beim bisherigen Fahrzeug , einem 14 Jahre alten Audi A 4, war im November ein Teilmotorschaden aufgetreten, dessen Reparatur nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Für 52.000 Euro wird nun ein neuer VW Tiguan mit der notwendigen Ausrüstung für den Brandmeister vom Dienst angeschafft.

Straßensanierung Heuer im Sommer wird die Burghaiger Straße saniert. Sie soll auf einer Länge von 400 Metern - von der Pizzeria "Enzo" bis zum Terrassenhaus - einen neuen Fahrbahnbelag erhalten. Da es sich um eine Instandsetzungsmaßnahme handelt, kommt die Straßenausbeitragssatzung nicht zum Tragen. Das bedeutet, dass die Kosten nicht auf die Anlieger umgelegt werden.