Ein Mann setzt alles daran, 300 Jahre alt zu werden, um das Geschäft seines Lebens zu machen. Ein anderer erfindet sich samt seiner optimierten Biografie neu. Ein Dritter kann sich sein Paradies herbeidenken und dabei verrückt vor Glück werden.

Diese skurrilen Typen und ihre Geschichten hat der Schriftsteller Michael Asad erdacht und erzählt sie in seinem neuen Buch "Surfen im Paradies". Es ist die vierte Buchveröffentlichung des Enchenreuthers, der seit mehr als 20 Jahren Mitglied des Kulmbacher Literaturvereins ist.

Menschen zum Lachen bringen

Schräge Typen und absurde Situationen haben es dem 66-Jährigen angetan. "Meine Geschichten zeigen eine überspitzte Realität, aber es steckt auch immer ein Fünkchen Wahrheit in den Texten." Michael Asad will nicht kritisieren. Er will die Menschen zum Lachen bringen. Mit Humor und quer gedachten Gedanken, die nur auf den ersten Blick abstrus anmuten.

"Die Leute sollen sich beim Lesen gut unterhalten. Und ich möchte sie mit meinen Geschichten natürlich auch ein wenig zum Nachdenken anregen. Ein Leser hat meine Texte einmal ,Spiegelung der Realitäten' genannt. Das trifft es gut."

Einfach nur die Wirklichkeit zu beobachten und nachzuzeichnen - das reizt den Schriftsteller nicht. Aber seine Inspiration entspringt alltäglichen Beobachtungen und Begegnungen. Und den dort aufgenommenen Faden spinnt er weiter. "Das Leben ist variationsreich und unvorhersehbar. Mit einem Wort: Verrückt!" Also warum sollten es dann Texte über das Leben nicht auch sein?

Und so reist der Leser in 20 Kurzgeschichten durch ein Paradies, das ganz ohne exotische Schauplätze auskommt, weil sich genug Extravaganzen vor der eigenen Haustür abspielen. In Beziehungen und im Job, im alltäglichen Miteinander. Ein wenig Sozialkritik gehört auch dazu, "aber das steht nicht im Vordergrund".

Die Schriftstellerei hat es Michael Asad schon früh angetan. Der in London geborene und in Berlin aufgewachsene Autor lebt seit 2006 in Oberfranken. Zwar hatte er nach dem Schulabschluss zunächste eine Ausbildung für die Beamtenlaufbahn absolviert, "aber das war nicht das Richtige für mich". So hat er sich dem Schreiben gewidmet, literarisch und als Werbetexter, als Autor für Kulturzeitschriften. In den achtziger Jahren war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Literaturm". 2006 erschien sein erstes Buch "Auch Wachmänner dürfen träumen", 2017 eine Sammlung saritisch-humoristischer Kurzgeschichten unter dem Titel "Lachen Sie jetzt!" und 2019 der skurril-ironische Roman "Serpentinen".

Nächstes Jahr ein neuer Roman

Das gerade neu herausgekommene Buch "Surfen im Paradies", ist das erste in Zusammenarbeit mit dem Verlag Am Schloss Berlin. "Ich bin da meinem Schriftstellerkollegen und Herausgeber Henry Kersting sehr dankbar für seine Unterstützung. Er hat meine Texte geordnet und lektoriert."

Asad schreibt vor allem Kurzgeschichten, aber auch Romane. So ist sein nächstes Buch schon in Arbeit und soll in einem Jahr erscheinen: ein Mystery-Roman, in dem sich ein Mann in eine 300 Jahre alte Frau verliebt.

Von der freiberuflichen Schriftstellerei allein zu leben, das ist schwer. Aber Michael Asad ist zufrieden. "Meine Bücher verkaufen sich gut." Und das Schreiben ist nicht sein einziges Standbein: Ich habe für rund 30 Bücher das Lektorat gemacht. Vor allem bin ich aber sehr viel mit Lesungen unterwegs, nicht nur in der Region."

Die Corona-Pandemie hat dem Enchenreuther wie praktisch allen Kulturschaffenden drastische Einschränkungen beschert. "Meine Lesungen sind normalerweise gut gebucht, auch in Kliniken. Das liegt jetzt in Bayern alles auf Eis." Allerdings hat er immer noch Einladungen nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort liest Michael Asad nicht nur aus seinen eigenen Büchern, sondern auch Texte anderer Autoren, zum Beispiel von Erich Kästner und Eugen Roth.