Ein weitgehend zufriedenstellendes Resümee zieht die Kulmbacher Polizei am Ende der Silvesternacht. Zwar mussten die Ordnungshüter mehrfach einschreiten, insbesondere größere Auseinandersetzungen und erhebliche Verletzungsfolgen blieben jedoch aus.

Bereits am Nachmittag verständigten mehrere Bürger die Polizei, weil sie sich durch das verfrühte Abbrennen von Feuerwerkskörpern gestört fühlten. In allen Fällen, in denen die Verursacher ausfindig gemacht werden konnten, zeigten sich diese jedoch einsichtig, so dass es bei Belehrungen bleiben konnte. Bis zur Mitternachtsstunde waren im Folgenden keine größeren Einsätze zu verzeichnen.

Zehn Minuten nach dem Gongschlag war dann aber für Polizei und Rettungsdienst Eile geboten. Ein junger Mann lag regungslos auf der Terrasse einer Privatwohnung. Wie sich heraus stellte, war er infolge eines handfesten Streits zu Boden gegangen. Er wurde mit leichteren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Unterdessen mehrten sich die Beschwerden über vermeintlich illegale Feuerwerkskörper in der Oberen Stadt. Die Beamten konnten zwar bei keinem Partygänger solche auffinden, allerdings mussten insgesamt fünf junge Männer beanstandet werden, weil sie mit Schreckschusswaffen ihr Feuerwerk in der Öffentlichkeit verschossen. Die dafür notwendige waffenrechtliche Erlaubnis hatten sie nicht, weswegen ihre Pistolen beschlagnahmt und entsprechende Anzeigen gefertigt wurden. Nun müssen die Justizbehörden über die Sanktion der Verfehlung befinden.

Unterdessen gingen zwei Meldungen über Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Kulmbach ein. Während bei einem Auffahrunfall auf der B 85 eine junge Kulmbacherin als Beifahrerin leichte Verletzungen durch den ausgelösten Airbag erlitt, war der BMW des Unfallfahrers ein Fall für den Abschleppdienst. Im Gegensatz zur Verursacherin des zweiten Verkehrsunfalles war der BMW-Fahrer jedoch vollkommen nüchtern.

Diese Eigenschaft konnte eine 33-jährige Kia-Fahrerin nicht für sich verbuchen, als sie unter den Augen eines Zeugen mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut mit ihrem Fahrzeug gegen ein Carport stieß. Der Sachschaden fiel hierbei glimpflich aus, dennoch beschlagnahmten die hinzugerufenen Ordnungshüter an Ort und Stelle den Führerschein der Alkoholsünderin, die sich zudem einer Blutentnahme unterziehen musste. Über die Dauer des Führerscheinentzugs und die zu erwartende Strafe muss nun die Justiz entscheiden.

Bei der 33-jährigen handelte es sich erfreulicherweise um die einzige Kraftfahrerin, die sanktioniert werden musste. Zahlreiche weitere Verkehrskontrollen zeigten, dass die Mehrheit der Fahrzeugführer verantwortungsbewusst und nüchtern in den Neujahrsmorgen startete, oder aber auf die Fortbewegung mit ihrem eigenen Auto verzichteten.

So auch ein 28-jähriger Kulmbacher, der gegen vier Uhr morgens seinen Heimweg zu Fuß antrat. Unglücklicherweise schlug er hierbei die falsche Richtung ein, bis er schließlich in der Melkendorfer Straße "strandete". Da er sich mit knapp zweieinhalb Promille kaum auf den Beinen halten konnte, übernahmen die Polizisten die weitere Obhut. Die behördlichen "Fahrdienste" dürften allerdings im Vergleich zu einem regulären Taxi deutlich kostspieliger ausfallen.