Unter dem Namen "Ruckzuck" kamen die beiden Berndorfer auf Bundesebene auf Platz ein. Sie durften zur Siegerehrung nach Frankfurt fahren, konnten die Börse live erleben und wurden in die DZ-Bank eingeladen. Als Extra-Bonus bekamen sie 500 Euro.

Jetzt wurden die beiden Sieger auch in Kulmbach noch einmal geehrt. Sie bekamen 125-Euro-Gutscheine vom Media-Markt und von Sport Leithner. "Wir hatten am Ende einfach Glück", sagt Anja Ruckriegel offen und ehrlich. Der 16-Jährigen ist der Erfolg beim Börsenspiel nicht zu Kopf gestiegen.

Die Regeln sind einfach. Die Schüler sollen aus einem Startkapital von 50.000 Euro in 13 Wochen möglichst viel Geld machen. Das Team "Ruckzuck" tätigte 52 Käufe. Manche Aktien stieß es schnell wieder ab. Bei 25 Transaktionen konnte das Geschwisterpaar positive Ergebnisse erzielen.

Den Sieg brachte den beiden vor allem eine Aktie: die Santhera. Diese haben die beiden zwei Mal gekauft und mit einem Plus von 7848 und 9178 Euro wieder abgestoßen. "Am Anfang haben wir immer Aktien gekauft, wenn der Kurs niedrig war und dann versucht, diese mit Gewinn wieder zu verkaufen. Aber es ist nicht einfach, im richtigen Moment ein- und auszusteigen", erklärt Anja Ruckriegel.

"Wir waren während des Spielverlaufes auch schon ganz weit unten, hatten nur noch 35.000 Euro", verrät die junge Berndorferin. Dann haben sich die beiden 16- und 17-Jährigen besonnen, ihre Strategie zu ändern.
Übers Internet informierten sie sich, welche Aktien beliebt sind - und setzten auf diese. "Am Ende war es die Santhera, die uns zum Sieg verholfen hat", zieht Felix Ruckriegel eine Erfolgsbilanz.

Die Schüler des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums freuten sich zwar über die Geldpreise und auch über den Besuch in Frankfurt. Doch mit Finanzen möchten sie später einmal nichts machen. "Ich möchte Richtung Veterinärmedizin gehen", sagt Anja Ruckriegel. Und ihr Bruder Felix interessiert sich für den Ingenieurbereich.
Insgesamt beteiligten sich 33 Teams über die Kulmbacher Bank beim Börsenspiel. Fünf davon kamen unter die Top 20, freute sich Vorstandsvorsitzender Stephan Ringwald. Das Team Vanillabaerchen mehrte das Grundkapital um 3,86 Prozent, die Weiners um 3,63, die Black Diamonds um 2,97 - und auch die Troublemakers landeten mit einem Plus von 2,77 Prozent noch auf Platz 17 auf Bundesebene.

Interessant: Von den 224 Teilnehmern auf Bundesebene schafften nur 86 eine ausgeglichene Bilanz oder ein kleines Plus. Der Rest musste Verluste hinnehmen - teilweise sogar in schmerzlicher Höhe. So hatte das Schlusslicht am Ende satte 55,96 Prozent weniger auf dem Konto - also ein Minus von 27.981 Euro gemacht. Das Pechvogel-Team der Kulmbacher Bank musste ein Minus von 28,43 Prozent hinnehmen, schrieb also mehr als 14.000 Euro Verlust.

"Das Börsenspiel war in diesem Jahr nicht einfach, weil der DAX um 1000 Punkte geschwankt hat", so Stephan Ringwald. "Aber es geht beim Börsenspiel darum, junge Leute an wirtschaftliche zusammenhänge heranzuführen."

Aus Kulmbach beteiligten sich neben dem MGFG auch noch Teams des Caspar-Vischer-Gymnasiums und der Carl-von-Linde-Realschule an dem Wettbewerb.