Aktuell stellt er eine Hautsalbe zusammen, die von einem Arzt verordnet worden ist. "In Ungarn wird aber noch viel mehr selbst hergestellt", so der junge Pharmazie-Studenten aus Pilisszentiván.
Dominik Szabó absolviert ein vierwöchiges Praktikum in der Rathaus-Apotheke und freut sich, dass Georges Frisque ihm bei der Suche nach einer Stelle geholfen hat. "Ich habe schon sechs Semester studiert, drei liegen noch vor mir, danach folgt noch ein Praktikumssemester in Ungarn", sagt Szabó.

Georges Frisque half mit

Der 21-Jährige freut sich, dass er die Gelegenheit hat, in Marktleugast in den Beruf des Apothekers hineinzuschnuppern. Denn es gibt alte familiäre Beziehungen in die Partnergemeinde. Seine Oma Maria, von der er auch Deutsch gelernt hat, kam 1945 nach Marktleugast. Sie arbeitete bei Schreibwaren Weber.
Doch dann kam der ungarische Aufstand, und sie musste mit den Eltern zurück in die Heimat.
"Sie hat nicht mal ungarisch gesprochen", erzählt Rainer Bauch, der die ganze Familiengeschichte und auch die Eltern von Dominik kennt. "Und dann hat sie in Ungarn geheiratet und ist geblieben", erzählt Bauch.
Doch der Kontakt der Familie nach Marktleugast ist geblieben. Und Rainer Bauch hielt es für eine Selbstverständlichkeit, Dominik Szabó Unterschlupf zu gewähren und ihn für seine Praktikumszeit aufzunehmen.
Jetzt ist das Praktikum fast vorbei - und Dominik Szabó hat viel gelernt. "Das Computersystem ist ein bisschen anders, aber sonst ist vieles ähnlich", sagt er. Doch wie kam Szabó eigentlich auf die Idee, Pharmazie zu studieren? "Ich habe Chemie schon immer geliebt. Daher wollte ich eigentlich Ingenieur für Chemie werden. Aber Biologie fand ich auch interessant", erzählt der junge Mann. Und so hat er dann zur Pharmazie gefunden. "Aber die Ärzte in Ungarn verschreiben noch mehr", findet Szabó.
Jetzt möchte er seinen Aufenthalt noch ein bisschen verlängern, auch wenn das Praktikum vorbei ist. Denn natürlich will der Ungar unbedingt einmal das Kulmbacher Bierfest live erleben. Das Marktleugaster Straßenfest kennt er schon. "Ich verstehe auch Fränkisch", sagt der junge Ungar.
Am 31. Juli fährt Dominik Szabó mit dem Zug wieder zurück nach Budapest. Nach ein paar Tagen Urlaub am Plattensee geht im September das Studium weiter.