Harald Will strahlt übers ganze Gesicht. Der Bezirkskaminkehrermeister aus Neuenmarkt hat Grund, sich zu freuen, denn die Benefizaktion, die er gemeinsam mit seinen Kollegen in Kulmbach durchführt, läuft bestens. Die Schornsteinfeger sprechen die Kunden im Einkaufszentrum "Fritz" an und verkaufen Lose, die gleich doppelten Nutzen bringen: Jedes Los gewinnt einen Preis, und jeder Euro kommt krebskranken Kindern zu Gute.

Eine tolle Idee, findet Gabriele Hoffmann aus Wirsberg und kauft gleich mehrere Lose. Sie freut sich über den schönen Weihnachtsstern, den ihr Harald Will aus Hauptpreis in die Hand drückt, und über das gute Gefühl, helfen zu können.
So wie der Wirsbergerin geht es vielen Menschen: Mit wenig Aufwand können sie dazu beitragen, dass immer mehr Kindern, die an Leukämie erkranken, geholfen werden kann.

Ein Vater will nicht aufgeben

2005 wurde der gemeinnützige Verein "Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern" gegründet. Er geht auf die Initiative von Jürgen Stricker aus dem Marktleugaster Ortsteil Großrehmühle zurück. Mittlerweile ist eine bundesweite Initiative daraus geworden.

Jürgen Strickers Tochter war an Leukämie erkrankt, und er setzte alle Hebel in Bewegung, um das Leben des Mädchens zu retten. Doch der Vater musste erkennen: Da die Zahl der Krebs erkrankungen bei Kindern nicht so hoch ist, dass sich die Entwicklung neuer Medikamente für die Pharmaindustrie lohnt, wird zu wenig Geld in die Forschung gesteckt.

Stricker wollte das ändern und gründete den Verein. Seine Idee war, seine Berufskollegen, also die Schlotfeger, als Glücksbringer für die Aktion zu gewinnen. Und er stieß damit auf breite Unterstützung in den rund 8000 deutschen Kehrbezirken. Immer mehr Schulungsstellen der Kaminkehrer schlossen sich der Initiative an, und so hat der Verein schon weit mehr als eine Million Euro Spenden gesammelt.

Die Initiative lebt weiter

2010 starb Jürgen Stricker selbst an Krebs, und auch seine Tochter ist inzwischen gestorben. Die Initiative jedoch lebt weiter. Dafür sorgen Harald Will und seine Kollegen. Nicht nur, indem sie Lose verkaufen, sondern auch, indem sie über die caritative Arbeit des Vereins informieren.

"Gesundwerden ist keine Glückssache" - so lautet das Motto des Vereins. Und weil es hier vor allem um die Kinder geht, fühlten sich auch Rebecca und Thomas Horn aus Burgkunstadt angesprochen: Ihr 15 Monate alter Sohn Felix durfte ein paar Lose für die Familie ziehen: "Das ist eine wunderbare Initiative. So etwas sollte man auf jeden Fall unterstützen", findet Rebecca Horn.

Der Verein Bislang hat die Organisation bundesweit weit mehr als eine Million Euro zusammengetragen. Davon profitieren nicht nur die deutsche Kinderkrebshilfe als Dachorganisation, sondern auch kleinere Projekte und Einzelpersonen. Eines der von Anfang an wichtigsten Ziele ist die Förderung der Arzneimittelforschung.

Spendenkonto Wer die Initiative unterstützen möchte, zahlt eine Spende auf das Konto Nummer 439142 bei der RVB Bad Staffelstein ein.

Info Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins unter www.schornsteinfeger-helfen.de