Wer eine Wohnung zu vermieten hat, ist deshalb bei der Suche nach den künftigen Bewohnern mit Recht wählerisch. Wer will schon mit großem Aufwand einen Messie rausklagen oder ständig einem säumigen Zahler hinterherlaufen?

Das führt auf der anderen Seite dazu, dass viele Menschen es sehr schwer haben, eine Wohnung zu finden. Herkunft oder Familienstand lassen bei nicht wenigen Wohnungseigentümern die Alarmglocken schrillen, und eine Reihe von Vorurteilen ist schwer auszurotten: Migranten, die trotz Gleichbehandlungsgesetz, fester Jobs und guter Umgangsformen häufig abgewiesen werden, Familien mit Kindern, die im Verdacht stehen, laut zu sein, Alleinerziehende, denen man unterstellt, sie könnten die Miete nicht aufbringen. Bevor ein Vermieter einen Vertrag mit einer geringverdienenden Putzhilfe, einem Musiker oder einer Tagesmutter abschließt, gibt er die Wohnung lieber einem Hartz-IV-Empfänger - das Jobcenter zahlt zuverlässig.

Doch es gibt noch eine weitere, nach gängigen Vorstellungen eher gut situierte Berufsgruppe, die es trotzdem oft schwer hat, eine Mietwohnung zu finden: Juristen! Ihr Problem: Sie kennen ihre Rechte und wissen, wie sie diese durchsetzen können - der Alptraum jedes Vermieters. Kein Wunder, dass die Rechtskundigen in der statistischen Auswertung der größten Verlierer bei der Wohnungssuche weit vorne zu finden sind.

Wer Jura studiert, sollte also zum Start an der Uni einen Bausparvertrag abschließen und sich dann möglichst bald ein eigenes Haus zulegen.