Sauna-Protest-Woche gegen ein Verkehrsschild? In Ludwigschorgast ist das möglich. Reinhold Marlok, der das Therapiezentrum An der Arnitz betreibt, schießt gegen die Gemeinde, die an der Straße ein eingeschränktes Haltverbot erlassen hat. Das akzeptiert Marlok generell ("Wegen der Sicherheit der Bürger"). Was ihn auf die Palme bringt? Ein Zusatzschild mit dem Hinweis "außer an Sonn- und Feiertagen", das er als Affront des Marktes gegenüber seinen Kunden und Patienten wertet. Der Geschäftsmann fordert, dass das Schild abgenommen wird. Er hat seinen Unmut auch in einer Zeitungsannonce kundgetan.

Für Bürgermeisterin Doris Leither-Bisani (CSU) ist Marloks Interpretation des Zusatzschildes unverständlich. "Das Zusatzschild ist nicht gegen ihn oder seine Patienten gerichtet."


Mädchen wurde von Auto erfasst

Der Gemeinderat habe das eingeschränkte Halteverbot erlassen, "hat die Einschränkung aber so gering wie möglich halten wollen". Dass das Parkverbot werktags unabdingbar ist, steht für Leithner-Bisani außer Frage. Seit der Eröffnung des Rewe-Marktes seien viele Fußgänger auf dem Gehweg unterwegs. Man wolle Gefahrensituationen vermeiden, sagt die Bürgermeisterin, die mitteilt, dass es im Herbst in Höhe der Praxis zu einem Unfall gekommen ist. Ein Mädchen habe sich von der Hand der Begleitperson losgerissen und sei zwischen parkenden Fahrzeuge hindurch auf die Straße gelaufen. Die Zweijährige sei von einem Auto erfasst worden ("Der Fahrer konnte sie nicht sehen") und habe ins Klinikum gemusst. "Glücklicherweise ist ihr nichts weiter passiert."


Praxis hat eigenen Parkplatz

Der Gemeinderat habe sich in der Folge mit der Verkehrssituation befasst, nachdem auch mehrere Bürger mit der Forderung an den Markt herangetreten seien, dort aus Sicherheitsgründen ein eingeschränktes Halteverbot einzuführen. Parkprobleme würden sich für die Praxis-Kunden nicht ergeben, verfüge dieses doch wenige Meter weiter über einen eigenen großen Parkplatz. Warum das Halteverbot auf der Straße nur wochentags und nicht an Sonn- und Feiertagen gilt? Weil der Verkehr im Vergleich zu Werktagen da minimal sei und kaum Fußgänger unterwegs seien, so die Bürgermeisterin.


Die Gemeinderats-Sitzung

Reinhold Marlok akzeptiert das nicht. Er fordert, dass das Zusatzschild entfernt wird. Über seinen Antrag soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. April beraten. "Für mich ist die Sache erst erledigt, wenn das Schild, das meine Patienten und Kunden diskriminiert, wieder abgenommen wird." Während er an anderen Praxisstandorten in Himmelkron, Wirsberg und Marktleugast nie Probleme mit der Verwaltung habe, habe er diese nach der Ära Fred Popp ("Unter ihm herrschte ein Klima des Vertrauens") nun in Ludwigschorgast, klagt Marlok, der eine "Sauna-Protest-Woche" veranstaltet, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Heute und am Donnerstag ist der Eintritt für Saunagäste frei.

Ein "Protest", für den es laut Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani keinen Grund gibt.