Im Rampenlicht der Ruckdeschel-Preisverleihung mit Festkonzert im Forum des Caspar-Vischer-Gymnasiums 2014 standen nicht nur die aktuellen Ruckdeschel-Preisträger, sondern viele, die in den vergangenen Jahren mit dem Ruckdeschel-Preis ausgezeichnet worden sind. Viele der Preisträger sind inzwischen mehrfach preisgekrönt und ernstzunehmende Nachwuchskünstler.

"Das wichtigste Anliegen ist es, die Kinder zu fördern. Wir möchten mit dem Geld die Talente fördern, wir möchten Einzelunterricht ermöglichen", sagt Margit Ruckdeschel. "Ich habe selber mit sieben Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Aber ich war eigentlich ein bisschen zu faul und habe viel zu früh wieder aufgehört", bedauert Margit Ruckdeschel bis heute, dass sie nicht weitergemacht hat.
Um so mehr freute sie sich über den hoffnungsvollen Nachwuchs.


Wundervolle Stimme

Die Jüngste im Bunde der Ruckdeschel-Preisträger ist in diesem Jahr Ronja Kull. Ronja ist erst neun Jahre alt, sie besucht die dritte Klasse in der Oberen Schule. Und eigentlich spielt sie seit Jahren Violine. "Das Instrument gefällt mir einfach. Aber dann habe ich mir überlegt, dass es auch schön wäre zu singen", erzählt Ronja Kull. Und seit eineinhalb Jahren nimmt sie zusätzlich bei Barbara Baier Gesangsunterricht. "Sie hat eine wundervolle Stimme", schwärmt sogar die Lehrerin. Mit dem Kunstlied von Friedrich Schubert "Ich wollt, ich wär ein Fisch" zeigte Ronja bei der Preisverleihung, dass sie schon mit neun Jahren ganz schön anspruchsvolle Lieder interpretieren kann.


Erfolgreiche Brüder

Etwas feines fürs Ohr bot auch Matthias Schneider (10). Er spielte auf der Gitarre "Wilson's Wilde", ein Werk von einem unbekannten Komponisten. "Ich bin beeindruckt, wie engagiert Matthias bei den Vorspielen dabei ist", sagte Margit Ruckdeschel. Matthias Schneider ist in Kulmbach kein Unbekannter. Denn auch sein Bruder Michael hat schon den Ruckdeschel-Preis bekommen - im Jahr 2012 für das Fach Violine. Und sein Bruder Johannes hat 2012 einen Sonderpreis eingeheimst.

Die dritte Preisträgerin ist Leonie Neubauer. Sie ist elf Jahre alt und hat seit 2008 bei Renate von Hörsten Klavierunterricht. Auch bei "Jugend musiziert" hat sie schon tolle Erfolge eingeheimst. Sie interpretierte "Saltarello Romano" von Fanny Hensel-Mendelssohn - ein Stück, bei dem sich die Finger überschlagen müssen, das Leonie Neubauer aber trotzdem hervorragend meisterte.

Den Sonderpreis 2014 erhielt Christian Ertl (18). Er spielt seit vielen Jahren Saxophon, hat sich zu einem echten Leistungsträger der Musikschule entwickelt. Jetzt beginnt er ein Studium. Als Sonderpreis wünschte sich Christian Ertl zwei Mundstücke für das alt- und Tenorsaxophon. Denn auch in Zukunft will er Musik machen - und Kulmbach nicht vergessen, versprach er.

Bei der Vergabe des Preises hat sich an den Modalitäten in der Vergangenheit einiges geändert. Anfangs wurde der Preis nach Vorschlägen der Lehrer vergeben. Inzwischen müssen die Schüler ein internes Bewerbungsspiel meistern. In der Jury sitzen Margit Ruckdeschel, Birgitta Schultheiß, Brigitte Rüger-Braun, Nicole Hall, Anja Gimpel-Henning (alle Förderverband der Musikschule), Harald Streit (Leiter Musikschule), abwechselnd Hubertus Baumann (MGF) und Kirchenmusikdirektor Ingo Hahn.


Ein Versprechen

Auch Hans Albert Ruckdeschel freute sich über die aktuellen Preisträger. "Ich selbst bin kein praktizierender Musiker, aber ich höre gerne Musik", sagte er und versprach: Den Ruckdeschel-Preis wird es auch in Zukunft geben, denn Nachwuchsförderung ist wichtig.

Bei der Jubiläumspreisvergabe in der Aula des Caspar-Vischer-Gymnasiums zeigten auch Preisträger aus den vergangenen Jahren ihr Können. Mit ihren Beiträgen begeisterten Hannes Ritschel, Martin Schultheiß, Alexander Efremov, Michael Schneider, Benedikt Schindele, Verena Foit und Mia Foit.