Rosel Groß zählt zu den Urgesteinen und guten Seelen des Mainleuser Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Legendär sind ihre Kuchen und Torten, die sich die Mitglieder und Gäste der Arbeiterwohlfahrt auf der Zunge zergehen lassen. Legendär waren aber auch die Kinderfreizeiten, die sie rund 20 Jahre lang mit der viel zu früh verstorbenen Klara Grampp organisierte.

Rosel Groß hat ein großes Herz für die Kleinen: "Kinder sind unsere Zukunft. Ohne sie läuft nichts."
Die 74-Jährige, die sich seit 38 Jahren mit Herzblut für den Ortsverein engagiert, ist aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Für den Vorstand war es nur folgerichtig, sie zum Ehrenmitglied zu ernennen. "Sie ist ein Garant für ehrenamtliches Engagement", würdigt das Awo-Kreisvorsitzende Inge Aures bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins.


Dabei "blickt" der ehemalige Vorsitzende der Awo, Werner Grampp, den beiden bei der Ehrung von einem Bild aus über die Schulter. Die Ikone der Mainleuser Awo war es, der Groß 1978 zum Eintritt in die Awo bewogen hatte.


Gute Entscheidung

"Ich kannte Werner von der Jugendgruppe ,Die Falken' her, bei der meine Tochter Carola Mitglied war", erinnert sich die Geehrte. Als Mutter von fünf Kinder sei es für sie eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich für die Jugend zu engagieren.

"Wir unternahmen mit den Kleinen erlebnisreiche Ausflüge nach Marienweiher, Schabs in Südtirol, Fischbachau in Oberbayern und auf den Tegelberg bei Füssen, wo wir schwammen, Ski fuhren oder wanderten", schweifen ihre Gedanken zu längst vergangenen Zeiten. Auch bei den Seniorentreffen am Dienstagnachmittag zählt Groß, die die Gemeinschaft und Geselligkeit bei der AWO schätzt, zu den fleißigen Heinzelmännchen: Ob Tischdecken oder Spiele organisieren - die 74-Jährige ist immer zur Stelle, wenn eine helfende Hand gebraucht wird.


Freude schenken

"Ich möchte anderen Menschen eine Freude bereiten." Das tut sie auch, indem sie sich als Sammlerin in den Dienst der guten Sache stellt oder für die jährliche Tombola zum Johannisfeuer strickt und häkelt. Wie empfindet die Mainleuserin, die dem Seniorentanz frönt und noch lange nicht ans Aufhören denkt, ihre Ehrung: "Sie zeigt mir, dass ich alles richtig gemacht habe."

Alles richtig gemacht in ihrem jungen Leben hat auch Miriam Zeller. Die 27-jährige wird bereits mit 18 Jahren zur Schriftführerin gewählt. Seit 2004 trainiert sie sehr erfolgreich die Awo-Garde und organisiert deren Auftritte und Fahrgemeinschaften. "Überaus aktiv ist sie bei der Werbung neuer, junger Mitglieder", lobt Vorsitzende Adelheid Wich. Gemeinsam mit Aures überreicht sie der fleißigen jungen Dame eine Urkunde: den Ehrenamtsnachweis für kontinuierliches ehrenamtliches Engagement. Auch für mehrere langjährige Mitglieder gibt es Ehrennadeln und Urkunden.

Erfreuliches hat Wich in ihrem Rechenschaftsbericht zu verkünden: Die Zahl der Mitglieder ist im vergangenen Jahr von 288 auf 306 gestiegen. "35 Zugängen standen nur 13 Abgänge gegenüber", sagt sie.


Seniorentreff ist am beliebtesten

An der Spitze der Beliebtheitsskala steht laut Wich der Seniorentreff. Zu den 38 Treffen am Dienstagnachmittag kamen 775 Personen. Auf den weiteren Plätzen folgenSeniorengymnastik (31 Treffen/389 Personen) und die Krabbelgruppe (30 Treffen mit 135 Teilnehmern). Die Kindergruppe "Awo-Kids", die sich im vergangenen Jahr 20-mal getroffen und es dabei auf 123 Teilnehmer gebracht hatte, ist Vergangenheit.

"Claudia Haak gab aus beruflichen Gründen ihre Leitungstätigkeit auf. Zudem mangelte es an Kindern", informiert Wich die Mitglieder.

Miriam Zeller, die die drei Garden (Stöpsel- und Juniorengarde sowie "Flashlights") betreut, berichtet von einem Zuwachs: "Durch die Auflösung des Kulmbacher Faschingskommittees wechselten im vergangenen Jahr neun Mädchen aus Kulmbach zur Awo-Teeniegarde, die jetzt Juniorengarde heißt."


Verstärkung

Ingrid Wagner, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses der Awo, stellt mit der Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin Joana Kasszian eine neue Mitarbeiterin vor, die ein Betreuungsnetzwerk für alle Generationen in Mainleus aufbauen will.

"Mein Ziel ist die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege, weshalb ich Kommune, Arbeitgeber und Wohlfahrtspflege in ein gemeinsames Boot holen möchte. Mir schweben unter anderem eine Babysitterbörse sowie eine Betreuung von Kindern in den Ferien und bei Notfallen vor", umreißt die junge Mitarbeiterin ihr Vorstellungen.

Zweiter Bürgermeister Robert Bosch hob das Miteinander der Generationen hervor, das beim Awo-Ortsverband Mainleus stets vorbildlich vorgelebt werde.