Endlich Frühling! Höchste Zeit, um den Garten auf Vordermann zu bringen und den an langen Winterabenden geschmiedeten Plänen Taten folgen zu lassen. Im vergangenen Jahr ging es bei unserem Traumgarten-Projekt vor allem um die Infrastruktur. Ordentlich Muskelkraft war gefragt, um Terrasse und Teich zu bauen, Hochbeete, Kräuterschnecke und weitere bepflanzbare Flächen anzulegen. Damit sind nun die Grundlagen für das nächste Ziel geschaffen: ein Stück weit zum Selbstversorger zu werden.

Unser Garten soll nicht nur gut aussehen, sondern dort sollen auch reichlich Gemüse, Kräuter und Obst wachsen. Ein wenig Fachwissen erleichtert den Einstieg, und so wird der Gartenexperte unseres Portals www.infranken.de, Jupp Schröder aus Lichtenfels, mir und den Rundschau-Lesern mit seinen Profi-Tipps zur Seite stehen.


Eine Frage des Gleichgewichts


Schröder appelliert an alle Gartenbesitzer, ein biologisches Gleichgewicht im Garten anzustreben. "Der biologische Garten zeichnet sich durch eine besondere Artenvielfalt aus. Das oberstes Gebot ist, keine chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel anzuwenden. Auch auf treibenden Stickstoff ist zu verzichten." Letzterer lasse die Pflanzen weich und anfällig werden.

Um eine Überdüngung auch mit anderen Nährstoffen zu vermeiden, sollte am Anfang des biologischen Gärtnerns eine Bodenprobe stehen. "Dabei stellt sich meist heraus, dass Hausgärten vor allem mit Phosphor und Kali überdüngt sind. Bei Starkzehrern wie Kohl und Tomaten kann man eventuell bei Stickstoffmangel mit Hornmehl nachhelfen. Alle Schmetterlingsblütler, wie Bohnen und Erbsen, haben die Möglichkeit über Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff zu binden. Sie gehören deshalb zu den Schwachzehrern."


Bester Freund: Der Regenwurm


Wer biologisch gärtnern möchte, sollte sich einen Komposthaufen anlegen oder einen Schnellkomposter anschaffen. "Alle anfallenden organischen Stoffe werden so dem Garten zugeführt. Etwa drei Millimeter Reifkompost, das sind drei Liter pro Quadratmeter, reichen für eine Volldüngung pro Jahr aus."

Daneben sollte man seinen Boden mit dünnen Schichten organischer Substanzen, wie zum Beispiel leicht angetrocknetem Rasenschnitt abdecken. "Damit wird gleichzeitig der Regenwurm - der beste Freund und Helfer im biologischen Garten - gefördert, und das Mulchen düngt den Boden ebenfalls in richtiger Zusammenstellung."

Für den Erfolg wichtig ist, die Aussaat- und Pflanztermine zu beachten, sagt der Experte. Der Grund: "Pflanzen reagieren unterschiedlich auf die Lichtmenge zu den verschiedenen Jahreszeiten. So wird zwischen Kurz- und Langtagspflanzen sowie tagneutralen Pflanzen unterschieden." Eine große Rolle spielt die Wahl der einzelnen Sorten einer bestimmten Art. "Sie sollten die Packungsaufschriften bei Saaten genau studieren oder beim Jungpflanzen-Einkauf den Gärtner fragen. Zudem kommen immer mehr resistente Sorten gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten auf den Markt, die es zu nutzen gilt."

Und noch einen guten Rat hat Jupp Schröder: Weniger ist mehr! "Der Garten sollte luftig gehalten und nicht zu eng mit Pflanzen vollgestopft werden. Diese können sich sonst nicht mehr richtig entwickeln."

Wichtig im Gemüsegarten ist, auf einen Fruchtwechsel zu achten und für gute Nachbarschaft zu sorgen. "Es gibt viele Pflanzen, die sich untereinander nicht riechen können. Andere passen sehr gut zusammen. Das klassische Beispiel einer funktionierenden Mischkultur sind Möhren und Zwiebeln. Vorbeugend gegen Pilzerkrankungen wirken Knoblauch und Schnittlauch. Und wenn Kapuzinerkresse auf Baumscheiben wächst, sollen die Blutläuse fern bleiben."


Blumen locken Nützlinge


Haben auch Blumen Platz im Nutzgarten? Auf jeden Fall! "Besonders empfehlenswert sind die hübschen Studentenblumen. Ihre Wurzeln scheiden einen Stoff aus, der die gefürchteten Nematoden abtötet, die an den Wurzeln der Nutzpflanzen saugen. Vor allem Rosen sind dafür dankbar. Eine ähnliche Wirkung haben Ringelblumen. Deshalb ist es also günstig, viele verschiedene Sommerblumen zwischen den Kulturen zu pflanzen. Vor allem werden dadurch Nützlinge wie Schwebfliegen angelockt, die ihre Eier in Schädlingskolonien legen. Die daraus schlüpfenden Larven fressen dann die Blattläuse."


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Versuch macht klug - das gilt auch und besonders beim Gärtnern. In der Traumgarten AG wird in den nächsten Monaten viel ausprobiert. Die Ergebnisse teilen wir mit allen interessierten Gartenfans - in der Bayerischen Rundschau, im Blog auf inf ra nken.de und auf Facebook.