Der Tumor ist nicht weiter gewachsen - mit dieser guten Nachricht zu Jahresbeginn kann Ralf Pettella aufwarten. Zur Erinnerung: Der Stadtsteinacher Familienvater wird seit 2019 gegen eine aggressive Krebsart im Rücken behandelt, deren Ausläufer beim 58-Jährigen seit geraumer Zeit eine Lähmung ab dem Bauchnabel verursachen und ihn ins Bett beziehungsweise den Rollstuhl zwingen.

Nicht zuletzt seit die Bayerische Rundschau den Fall des früheren Maschinenbautechnikers im Rahmen der Spendenaktion "Franken helfen Franken" (siehe Infobox) publik gemacht hat, ist eine Welle der Hilfsbereitschaft angelaufen. Allein die Leserinnen und Leser der BR haben bis dato über 7500 Euro gespendet. Das Geld wird dringend benötigt, weil Ralf Pettella durch die Erkrankung arbeitsunfähig ist und seine Frau Amneh AlMutlaq, die ihn zusammen mit seiner Schwester pflegt, keine Möglichkeit hat, selber Geld für die Eheleute und die gemeinsame Tochter zu verdienen.

Das hat auch damit zu tun, dass sich die Krankenversicherung des Stadtsteinachers bislang weigerte, eine Pflegeeinstufung vorzunehmen. Begründung: Durch die langjährigen und zahlreichen Auslandsaufenthalte Pettellas aus beruflichen Gründen seien Fehlzeiten in der Pflegekasse entstanden, sagt die Versicherung.

Verbesserung in Sicht

Ab März aber zeichnet sich offenbar auch hier eine Verbesserung der Situation ab, betont der 58-Jährige. "Wenn das mit der richtigen Pflegeeinstufung geklärt ist, könnte sich meine Frau nach einer Arbeit umsehen - das wäre auch moralisch und seelisch für sie unheimlich wichtig, dass sie mal rauskommt und was anderes sieht außer Krankenhäuser und Ärzte."

Dafür braucht die 39-Jährige allerdings einen Führerschein. Sie fährt zwar seit 20 Jahren Auto - die deutschen Behörden erkennen die Fahrerlaubnis der gebürtigen Jordanierin allerdings nicht an. "Momentan büffelt sie Theorie. Ich hoffe, sie kann in ein paar Wochen ihre Prüfung nochmals ablegen. Dann hätten wir ein weiteres Problem weniger", sagt Ralf Pettella. Die Kosten für den Führerschein übernimmt dankenswerter Weise die katholische Pfarrgemeinde, die der Familie ebenfalls unter die Arme greift.

Baustellen bleiben

Dennoch bleiben weitere Baustellen. Da ist vor allem der gesundheitliche Zustand des 58-Jährigen. Seine Krebsart ist äußerst selten und spricht auch nicht auf Chemo oder Bestrahlung an. Immerhin hatte Ralf Pettella das Glück, in eine Studie des Heidelberger Forschungszentrums für Tumorerkrankungen aufgenommen zu werden. Seither begibt er sich dort regelmäßig zur Untersuchung. "Wir hatten gedacht, dass sich die Wucherungen im Rücken zurückziehen und dadurch eventuell wieder das Gefühl in meinen Beinen zurückkehrt." Diese Hoffnung habe sich bis dato nicht erfüllt, sagt der Stadtsteinacher. Die nächste Möglichkeit bestehe darin, die Medikation zu verändern. Ralf Pettella nimmt alle Strapazen auf sich. "Ich will vor allem für meine Familie so weit wie irgend möglich wieder der Mann und Vater werden, den sie kennen."

Auf der Suche nach Wohnung und Auto

Noch keine Aussicht haben die Pettellas auf eine andere Wohnung, die entsprechend behindertengerecht ausgestattet ist. Der 58-Jährige kann sich aufgrund der Treppen in den Zimmern und außerhalb nur äußerst eingeschränkt bewegen. "Wenn wir hier eine Möglichkeit fänden, wäre das fast wie ein Sechser im Lotto." Der Markt sei aber leergefegt.

Sobald Amneh AlMutlaq ihre Fahrerlaubnis hat, steht der Erwerb eines behindertengerecht umgebauten Autos an. "Da sind wir schwer am Kämpfen", sagt Ralf Pettella. Er habe Anträge an Stiftungen gestellt. "Aber die Vorgaben sind enorm. So ein Fahrzeug darf nicht älter als fünf Jahre sein, nicht mehr als 70000 Kilometer auf dem Tacho haben und muss vom autorisierten Händler stammen. Dazu kommen noch die Kosten für den Umbau."

Entsprechend ausgestattete Wagen wiederum erfüllten die erstgenannten Kriterien nicht. "Es ist schwierig, ich bin da an einem toten Punkt angekommen." Er hofft, dass er auf diesem Weg ein passendes Vehikel angeboten bekommt. "Das würde uns das Leben erheblich erleichtern."

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Tageszeitungen wie die Bayerische Rundschau sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600000 Menschen in Franken. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurde bisher über eine halbe Million Euro von "Franken helfen Franken" vergeben.

Spendenkonto

Mediengruppe Oberfranken

Franken helfen Franken e.V.

Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB

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Hilfe für Ralf Pettella