Seit einer Woche gilt eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. In Kulmbach müssen die Bürger in den Straßen rund um die Fußgängerzone Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch halten sich alle an die Vorgaben? Gibt es viele Verweigerer? Wir haben mit dem stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, Klaus-Peter Lang, über Kontrollen und Corona-Partys gesprochen.

Kontrollieren Sie die Einhaltung der Maskenpflicht in der Innenstadt?

Klaus-Peter Lang: Es wird kontrolliert. Die Sicherheitswacht hat ebenso ein Auge drauf wie wir. Allerdings haben wir keine Dauerposten aufgestellt. Die Kulmbacher halten sich gut an die Regelungen, wir sind zufrieden. Es gibt allerdings einige wenige Unbelehrbare, die schon wiederholt angezeigt wurden, weil sie sich weigern, im Innenstadtbereich und im ÖPNV, also in Bus oder Bahn, Masken zu tragen.

Wie sieht es bei der Ausgangssperre aus, die seit einer Woche gilt?

Es waren nur einige wenige, die am Wochenende nach 21 Uhr ohne Grund unterwegs waren. Die erhalten jetzt eine Anzeige.

Wie hoch fällt die Strafe aus?

Das kann man nicht pauschal sagen. Die Anzeige geht an das Landratsamt, das wiederum einen Bußgeldbescheid erlässt.

Erhalten Sie oft Hinweise, dass bei privaten Treffen gegen die Corona-Regeln verstoßen wird?

Nein, eigentlich nicht. Meist geht es um die gleichen Sachen wie früher, zum Beispiel um Ruhestörung durch laute Musik. Natürlich gab es aber auch Anrufe mit Hinweise auf Feiern. Aber bei den Überprüfungen hat sich dann herausgestellt, dass es sich um mehrköpfige Familien gehandelt hat, die feiern durften und sich somit alles im Bereich des Erlaubten bewegte. Das zeigt, dass nicht jede Ansammlung gleich ein Verstoß ist. Private Partys, die gegen die Corona-Regeln verstoßen, gehen bei uns gegen Null.

Normalerweise trifft sich halb Kulmbach an Heiligabend zum Heiligen Frühschoppen in der Oberen Stadt. Das ist ja heuer nicht erlaubt. Jetzt gibt es im Internet schon Aufrufe, sich "zufällig" bei einer Wanderung in der Oberen Stadt zu treffen. Wie bereitet sich die Polizei hier vor?

Die Regelungsgrundlage ist zunächst einmal folgende: Veranstaltungen und große Treffen sind verboten, Gastronomiebetriebe müssen geschlossen bleiben. Natürlich werden wir an Heiligabend die Obere Stadt im Blick haben und sind vorbereitet. Warten wir einmal ab. Ich hoffe, dass die Leute vernünftig sind. Es geht ja eigentlich nicht darum, durch die Regelungen den Menschen ihre Freiheit zu nehmen, sondern die Verbreitung des Virus einzudämmen. Wir würden uns alle gerne treffen, aber das geht nun im Moment einfach nicht.

Sollten trotzdem Leute versuchen, in der Oberen Stadt zu feiern, werden wir mit ihnen reden und versuchen, eine gütliche Einigung herbeizuführen. Man muss schauen, wie sie sich verhalten, ob die Abstände einhalten und Masken getragen werden, ob sich die Gruppe auflöst. Wenn es aber ganz Uneinsichtige gibt, werden wir eine Anzeige verfassen und sie des Platzes verweisen. Aber wir hoffen natürlich, dass das nicht nötig wird.

Haben Sie einen Unterschied festgestellt zwischen dem ersten Lockdown im Frühjahr und jetzt, was die Akzeptanz der Corona-Regeln angeht?

Schwer zu sagen. Ich denke, die Einschränkungen werden inzwischen kritischer hinterfragt. Beim ersten Lockdown war das Verständnis sicher größer. Die, die etwas gegen die Regelungen haben, die gibt es freilich. Aber wie eingangs erwähnt, halten sich die Kulmbacher gut dran.

Wie verhalten sich die Leute generell in der Weihnachtszeit? Sind sie gereizter und gestresster? Oder sind keine Unterschiede festzustellen?

Es geht weder besonders beschaulich zu, noch läuft etwas besonders aus dem Ruder. Es gibt das ganze Jahr über ruhige Wochen und welche, in denen mehr los ist. Das ist eine Wellenbewegung. Die große Hektik ist heuer in Kulmbach größtenteils ausgeblieben. Selbst als die Geschäfte noch offen waren, ist alles gesittet abgelaufen, waren die Leute vorsichtig. Natürlich ist Kulmbach kein Vergleich zu den Großstädten. Da hat man ja Bilder gesehen, wie es dort zuging.

Was würden Sie sich für die kommenden Tage wünschen?

Ich hoffe weiterhin auf so viel Verständnis bei den Leuten, dass wir alle gut durch die Zeit kommen und die Ausbreitung des Virus eindämmen.

Das Gespräch führte Jürgen Gärtner.