Deshalb gleicht der Vorplatz auch einem Lagerplatz für Baumaterial: Rüttelmaschinen, Kies und Füllmaterial, dazwischen abgebrochene Mauern und Steine. Und dann noch das Übel im Keller des Pfarrhauses. Der Kirchplatz war so angelegt, dass Wasser Richtung Pfarrhaus geflossen ist. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die für Stabilität sorgenden Stahlträger regelrecht zersetzt. "Bei Probebohrungen hat man das ganze Ausmaß des Schaden festgestellt.

Wir sind jetzt wirklich froh, dass etwas getan wird", sagt Pfarrer Rolf Dieling, der mit seiner Frau im 1928 erbauten Pfarrhaus wohnt. Ihm zufolge war bis in die fünfziger Jahre im Keller des Pfarrhauses ein Volksbad untergebracht - als Ersatz fürs Badezimmer, das damals noch selten war.

Barrierefreier Zugang

Mittlerweile sind Stützwände eingezogen, eine neue Decke eingebracht worden.
Auch der Boden wurde aufbetoniert. Nun müssen noch Rohre verlegt werden. Und: Im Zuge der Kellersanierung kann sich die Kirchengemeinden den Traum verwirklichen, den Kirchvorplatz neu zu gestalten. Nicht nur, dass so der Neigungswinkel und damit der Wasserabfluss geändert werden kann: Jetzt bekommt die Friedenskirche auch einen barrierefreien Zugang. "Das Niveau des Kirchplatzes wird um 25 Zentimeter angehoben, dann wird er mit rutschsicherem Granit belegt", erklärt Pfarrer Rolf Dieling. Eine Mischung aus gestrahlten und geflammten Bahnenplatten sorgt für ansprechende Optik.

Der barrierefreie Zugang zur Kirche führt dann vom Gehweg des Kemmetweges an der Kirche entlang bis zum Eingang. "Wir hoffen, dass die 1983 gepflanzte Lutherlinde erhalten werden kann", sagt Dieling. Der Zugang jedenfalls ist so angelegt, dass er hinter der Linde vorbeiführen wird.

Auf dem Vorplatz sollen eine Sitzbank und eine Vogeltränke installiert werden. Die Grünflächen werden in Zukunft ehrenamtlich gepflegt, versprechen Robert Hirschmann und Arnold Schubert von der Kirchenverwaltung.
Nun hoffen alle, dass es keine weiteren Überraschungen auf der Baustelle geben wird. Die Baumaßnahme wird erst im Herbst fertig gestellt werden können. Doch bis dahin wird das Gemeindeleiben nicht zum Erliegen kommen - und es gibt für alle viel zu tun.