Man könnte, wenn man wollte, vieles kritisieren in der Stadt Kulmbach. Eines aber hat man dort prima hingekriegt: Die Parkplätze auf dem neuen Eku-Platz und in der darunter liegenden Tiefgarage sind komfortabel breit und bieten nicht nur meinem Kleinwagen ausreichend Platz. Und trotzdem gibt es Autofahrer, die ihren Wagen so in die breiten Parklücken rangieren, dass entweder mindestens ein Reifen auf der Markierungslinie steht oder gar das Auto quer über zwei Parkplätze abgestellt wird.

Menschen, die so etwas kommentieren, finden sich immer. Entweder auf Facebook-Seiten die "Parkkünstler in Kulmbach" oder so ähnlich heißen und auf denen solche "Künstler" mit dem Foto des Wagens vorgeführt werden. Oder live vor Ort: "Schau ner hie... der hot sein Führerschein aa im Loddo gewunna."

Zur zweiten Sorte gehöre ich. Ein bisschen lästern, wenn jemand die Parkplatzmarkierung wieder einmal lediglich als freundliche Empfehlung gesehen hat, mach ich schon gerne. Auch neulich, als ich einen Bekannten dabei beobachtete, wie er sein - zugegeben: ziemlich großes - Auto so einparkte, dass er mittig auf der Markierungslinie zu stehen kam. Eine freche Bemerkung konnte ich mir nicht verkneifen. Aber er konterte prompt: Sein Auto sei neu, sagte er. Nur wenn er so parke, könne er gewährleisten, dass keiner der Autofahrer in den benachbarten Parklücken beim Öffnen der Tür dem Wagen eine Delle verpasse.

Erst war ich sprachlos (was bei mir schon was heißt). Dann konnte ich mir eine gewisse Bewunderung nicht verkneifen: Auch die dümmste Handlung noch intelligent begründen zu können - das erfordert Köpfchen.