Kulmbachs Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) will Stephan Tiroch, der viele Jahre Lokalredakteur dieser Zeitung war, als zweiten persönlichen Referenten in die Rathausspitze holen. Dabei hatte er im vergangenen Jahr bereits Daniel Ferch als persönlichen Referenten eingestellt und erklärt, dass er anders als sein Vorgänger Henry Schramm (CSU) keine ganztägige Kraft brauche. Ferch ist seither eine Hälfte seines Arbeitstages im Rathaus einer der engsten Mitarbeiter des Stadtoberhaupts, parallel weiterhin aber auch in der Versicherungsbranche tätig.

Empörung im bürgerlichen Lager

Dass Lehmann nun Stephan Tiroch als zweiten Referenten einstellen will, hatte schon im Vorfeld der Stadtratssitzung vor allem im bürgerlichen Lager für Empörung gesorgt. Im nicht öffentlichen Teil wurdeüber die Personalpläne und die von Lehmann anvisierte Einstufung Tirochs in die Gehaltsstufe E 11 im Tarif des öffentlichen Dienstes diskutiert, der in der höchsten Stufe etwa 5200 Euro monatlich in Vollzeit vorsieht. Tiroch soll wie Ferch eine Halbtagsstelle erhalten.

Auch in der SPD umstritten

Der Vorschlag Lehmanns wurde abgelehnt. Es war eine Kampfabstimmung, die mit 14:15 endete. WGK, CSU und FPD stimmten dagegen, Grüne, SPD und AfD dafür. Doch auch in Teilen der SPD ist die Personalie nicht unumstritten. Christina Flauder verließ vor der Abstimmung den Saal.

Dass die Einstellung Tirochs vom Tisch ist, wird bezweifelt. Lehmann hatte, wie zu erfahren war, schon vorab verlauten lassen, dass er eine Ablehnung Tirochs nicht akzeptieren und diesen notfalls über eine niedrigere Entgeltstufe ins Rathaus holen werde, bei der er nicht auf die Zustimmung des Stadtrats angewiesen ist.