Kulmbach
Wechsel

Neustart für die Kommunbräu

Am Freitag öffnet die Gastronomie am Grünwehr wieder - zunächst noch nicht mit dem kompletten Angebot.
Sie freuen sich auf die Gastronomie in der Kommunbräu: Chefin Fey Batzaka  und Betriebsleiter Kevin Seeser.  Foto: Horst Wunner
Sie freuen sich auf die Gastronomie in der Kommunbräu: Chefin Fey Batzaka und Betriebsleiter Kevin Seeser. Foto: Horst Wunner

Die Familie Stübinger prägte über Jahrzehnte ein Aushängeschild der Kulmbacher Gastronomie: Die Kommunbräu im Grünwehr mit eigener Brauerei. Nun gibt es einen Pächterwechsel der etwas anderen Art. Nicht ein Ur-Kulmbacher will das Lokal zu neuer Blüte führen, sondern eine Mitvierzigerin, die mittlerweile in der Bierstadt wohnt. Sie heißt Fey Batzaka, ist eine gebürtige Oberfränkin und hat griechische Wurzeln.

Und sie sprüht im Gespräch vor Unternehmungslust, steht schon in den Startlöchern und kann die Verwirklichung ihres Traums kaum erwarten. Denn am kommenden Freitag soll es schon losgehen.

Zwar noch etwas gebremst, "wir machen ein Soft-Opening, weil die Küche noch nicht fertig ist, die Gäste dürfen sich jedoch auf kulinarische Überraschungen freuen. Eine große Eröffnungsparty mit allem Drum und Dran wird dann im August folgen", verspricht die Frau mit den olivgrünen Augen.

Innen wird renoviert

Noch sei die Kommunbräu innen eine Baustelle, da viel renoviert und erneuert werde, "das Gesicht nach außen bleibt jedoch, schließlich hat das Haus eine Traditionsgeschichte und soll sein unverwechselbares Aussehen behalten", so Fey.

Und legt gleich nach: "Wir wollen den guten Namen und das fränkische Feeling hochhalten, dazu einen Touch an Modernität bieten. Daher steht die fränkische Küche weiter auf der Speisekarte - mit zusätzlich Burger und Wraps".

Die neue Wirtin kann auf eine lange Erfahrung in der Gastronomie zurückblicken, stammt aus einer Gastwirtsfamilie. In Pegnitz hat sie bereits vier Gaststätten geführt, derzeit leitet sie dort das "Restaurant Fey".

Priorität für Kulmbach

Eins ist für sie aber klar: Der Standort Kulmbach hat Priorität, nach einer gewissen Anlaufzeit werde er auf jeden Fall bei ihr im Fokus stehen, verspricht sie. Sie fühle sich stark für die gewiss nicht immer leichte Aufgabe, "aber Gastronomie ist für mich ein Stück Herzblut, das werde ich für die Kommunbräu hergeben".

Mit einem neuen Team und einem jungen Mann namens Kevin Seeser vornedran, "der wie ein Sohn ist". Auf das in der Küche und im Service künftig viel Arbeit warten werde, "wir haben bereits eine Menge von Anfragen für alle Art von Feierlichkeiten, bis zu Geburtstagen und Hochzeiten", freut sich Fey Batzaka über die Anfragen.

Im Saal werde auch die Kultur ihren festen Platz behalten, von Volksmusik bis zum Jazz. Und der schöne Biergarten vor dem Eingang gehöre ebenso zum Angebot, sagt die Wirtin. "Hier kann man sich entspannen und wird bedient." Das werde so bleiben.

Neues Publikum

Natürlich liegen ihr auch die Stammkunden am Herzen, wie sie versichert. "Die sollen sich auch am Stammtisch wohlfühlen". Ihr schwebe gleichfalls vor, ein neues Publikum zu erschließen - und da denke sie an junge Studentinnen und Studenten. Kulmbach sei ja jetzt ein Uni-Standort.

Fey bleibt im Gespräch stets freundlich und positiv gestimmt. Sie äußert zum Abschluss noch einen Wunsch oder eine Hoffnung: Dass ihr die Kulmbacher und die Menschen der Region Vertrauen schenken und in der von ihr geführten Kommunbräu weiter einen Treffpunkt für fränkische Gastlichkeit sehen. Aber: Jetzt mit einem neuen Angebot, wie sie verspricht.

Die Kommunbräu

Die Kommunbräu wird 1992 als Gegenbewegung zur Industrialisierung der fränkischen Bierlandschaft und zur Pflege der echten fränkischen Wirtshauskultur von Kulmbacher Bürgern als Genossenschaft gegründet. Inzwischen zählt sie fast 500 Genossenschaftler.

Mit dem Tod von Gastwirt Frank Stübinger erlebte die Kommunbräu im März 2021 eine Zäsur. Der 50-Jährige, der über viele Jahre hinweg den Gastrobereich der Brauerei führte, hatte die Aufgabe von seinen Eltern übernommen. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Susanne das Gasthaus.

Nach corona-bedingten Problemen und Schließungen teilt der Vorstandssprecher der Kommunbräu, Kai-Michael Meins, im November vergangenen Jahres mit, dass die Familie Stübinger aufhören wolle. Anfang des Jahres wird dann Nachfolgerin Fey Batzaka vorgestellt - Noch-Wirtin Susanne Stübinger kritisiert die Kommunikation der Genossenschaft und fühlt sich unzureichend gewürdigt.

Im Mai wird die Kommunbräu mit dem "Bayerischen Stammtischbruder" ausgezeichnet, ein Preis, der vom Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) seit 2011 jährlich vergeben wird.