Gerade mal zwölf Minuten dauerte die Behandlung der drei offiziellen Punkte, die Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) auf die Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung gesetzt hatte. Dafür nahmen die "Bekanntgaben und Informationen" umso mehr Zeit in Anspruch. Die Mitglieder brachten eine ganze Reihe von Anfragen vor.

CSU-Fraktionssprecher Gernot Kintzel erinnerte an den Starkregen, der Hegnabrunn vor genau sechs Jahren heimgesucht hatte. Er stellte fest, dass in der Zwischenzeit zwar viel geplant worden sei, jetzt sei es aber endlich an der Zeit, die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern zu führen, die von der beabsichtigten Trasse des Umgehungskanals betroffen sind. "Wir müssen weiterkommen", sagte er.

Gespräche mit Eigentümern

Wunderlich erwiderte, dass die Verwaltung bereits beauftragt worden sei, alle in Frage kommenden Grundstückseigentümer zu erfassen. Die Gespräche würden in Kürze geführt.

Kintzel sprach auch die weitere Entwicklung der Gemeinde im Wohnbausektor und im gewerblichen Bereich an. Das Baugebiet "Steigengasse" sei so gut wie ausverkauft, und auch im Gewerbegebiet "Wirsberger Straße" habe die Gemeinde keine Flächen anzubieten. "Wenn Interessenten kommen, müssen wir etwas in der Hinterhand haben", sagte er.

Mit Blick auf den Mietwohnungsbau verwies Kintzel auf ein entsprechendes Förderprogramm. Die frühere Eisenbahnersiedlung "Hoh Goggern", die vor mehr als 70 Jahren gebaut worden sei, sei dafür geeignet, doch die Gemeinde müsse sich Investoren mit ins Boot holen.

Leerstandsmanagement angeregt

Siegfried Decker (NG) hielt ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für notwendig. "Ohne dieses werden wir nicht an finanzielle Fördertöpfe herankommen." Sinnvoll ist nach den Worten Deckers auch eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes, um daraus weitere Bauleitplanungen zu entwickeln. Dazu gehöre auch die Industriebrache "Metzeler" in Hegnabrunn. Im Rathaus sollte auch an ein Leerstandsmanagement gedacht werden.

Während NG-Fraktionssprecher Horst Schirmer der Meinung war, erst bei konkreten Anfragen nach gewerblichen Grundstücken tätig zu werden, sah dies Dieter Mühlbauer (SPD) anders: "Wir müssen was anbieten, agieren und in die Planung gehen und nicht reagieren!"

Schirmer regte ferner an, die Ruhebänke in der Gemeinde mit Abfalleimern zu versehen.

Lerner ist Seniorenbeauftragte

Erfreut stellte Bürgermeister Alexander Wunderlich fest, dass nunmehr mit der früheren Gemeinderätin Heidi Lerner eine Seniorenbeauftragte gefunden werden konnte. Sie wurde vom Gemeinderat einstimmig bestell. Sowohl Wunderlich als auch Dritter Bürgermeister Alfred Faßold (SPD) würdigten die Arbeit von Gudrun Knörrer, die bislang dieses Ehrenamt versehen hatte.

Bürgermeister Wunderlich gab sich zuversichtlich, dass in Kürze auch der Migrationsbeauftragte bestellt werden kann.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen die Änderung der Bauleitplanung der Nachbargemeinde Wirsberg im Baugebiet "Vorderer Steig".

Für den Anbau einer barrierefreien Wohnung an die frühere Fruchthalle im Gewerbegebiet "Wirsberger Straße" erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen.

Ralf Pistor (CSU) warb für die Aktion des Marktes Thurnau, an kommunalen Obstbäumen ein "Gelbes Band" anzubringen. Damit soll gezeigt werden, dass das reife Obst jederzeit von Bürgern geerntet werden kann. Auch private Obstbaumbesitzer könnten dem Beispiel folgen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Bänder zu besorgen. Pistor sagte zu, dass der Kultur- und Brauchtumsverein "Hegnabrunner Moggerla" die Bänder anbringen wird.

Ein trauriges Bild

Zweiter Bürgermeister Stefan Grieshammer (FW) sprach die Skaterbahn am Bolzplatz in der Schulstraße an, die zusammen mit der angrenzenden wilden Kompost- und Bauschuttablagerung ein trauriges Bild biete: "Das trägt nicht zur Attraktivität unserer Gemeinde bei."