Jetzt kommt es auf die Ideen der Bürger an: Noch bis zum 14. Februar haben alle Neudrossenfelder die Gelegenheit, kreativ zu werden und ihre persönlichen Vorstellungen für die Zukunftsentwicklung der Gemeinde zu äußern. Wegen des Lockdowns erfolgt die Ideensammlung online oder mit Hilfe eines Fragebogens. Treffen und Workshops sollen folgen, wie Bürgermeister Harald Hübner (CSU) mitteilt.

Diesmal geht es online

Normalerweise sitzen Vereine, Vertreter der Gemeinde, engagierte und auch unzufriedene Bürger bei der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zusammen und diskutieren über Zukunftsentwicklungen. Wie sieht es mit dem Angebot an Bauplätzen aus? Wie kann der eigene Ort zukunftsträchtig gemacht werden? Das sind die Fragen, die die Bürger aus ihrer - ganz und gar unpolitischen Sicht - beantworten sollen. Mängel, aber auch Wünsche und Traumtänzereien dürfen vorgebracht werden. Alles ist erlaubt. Bei dem Verfahren, das schon viele Kommunen im Landkreis durchgeführt haben, geht es darum, alle von Anfang an einzubeziehen. "Wir stellen die Frage: Wie soll Nedrossenfeld im Jahr 2030 ausschauen?", sagt Harald Hübner.

Die Partner

Begleitet wird das langwierige Konzept durch die Erstellung eines Denkmalkonzeptes. Michael Kriest spürt historische Gebäude auf. Durchgeführt wird das ISEK vom Planungsbüro "UmbauStadt" aus Frankfurt. Und dieses wiederum bezieht die "Freiraumpioniere" aus Weimar mit ein. Diese Planer sind Experten für Straßen, Wege und Plätze.

Das Pflaster im Fokus

"Ich denke, dass der Bereich Marktplatz-Schlossplatz ein zentrales Anliegen ist. Das brennt den Neudrossenfeldern auf den Nägeln. Es geht um eine verbesserte Gestaltung", so der Bürgermeister. Das Pflaster soll ausgetauscht werden. Über die Jahre sind viele Steine zerbrochen. Das Pflaster ist uneben geworden. Steine ragen aus dem Belag heraus. Ältere Menschen und Menschen, die nicht so sicher zu Fuß sind, haben Probleme mit den Stolperfallen. "Dieser Bereich soll vorgezogen werden", teilt Hübner mit. Im Klartext heißt das: Die Umgestaltung soll noch in diesem Jahr geplant werden, so dass 2021 die Ausschreibungen getätigt werden könnten. "Dann könnte die Baumaßnahme 2022 durchgeführt werden."

Jeder Vorschlag ist möglich

Vorgaben für Bürgerideen gibt es nicht. Jeder Vorschlag darf eingebracht werden. Die Planer des Büros bündeln die Wünsche und führen sie zusammen - natürlich ohne Garantie darauf, dass alles verwirklicht wird. "Wenn die Corona-Zahlen es zulassen, werden wir natürlich auch Treffen durchführen. Doch erste Ideen sollen jetzt online oder mit dem Fragebogen gesammelt werden", teilt der Bürgermeister.

Als Themenfelder hat das Planungsbüro die Punkte "Bauen und den öffentlicher Raum", Ortszentrum, Mobilität, Daseinsvorsorge und Identität des Orts, Klima, Energie, Ökologie sowie Tourismus und Kultur in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Für Unternehmen attraktivieren

Das Entwicklungskonzept will den Standort für Unternehmen attraktiver machen, auch für die Menschen, die in Neudrossenfeld leben, die Situation verbessern. Es geht um öffentlichen Nahverkehr und Radwegkonzepte, um die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung und die Sicherung des Schulstandortes, um die Schaffung neuer Arbeitsplätze und den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Um das Ortszentrum mit dem Maintal zu verbinden, könnte sich der Bürgermeister eine direkte Verbindung vorstellen. So wäre es auch für Radtouristen leichter, den Weg in die Ortsmitte zu finden. Zwischen Friedhof und Seniorenheim könnte, so Hübner, ein "Klimawandelpark" entstehen - mit Bäumen, Blumen, einem Pavillon, Spielgeräten für Kinder und Senioren.