Es sind immer wieder die Dimensionen, die staunen lassen: Auf 11 800 Quadratmetern stellten bei der Grünen Woche in Berlin insgesamt 1650 Aussteller aus 66 Ländern ihre Produkte vor. Zu der neuntägigen weltgrößten Verbrauchermesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau kamen einmal mehr über 400 000 Menschen.
Die Grüne Woche bat zu Tisch, um Köstlichkeiten aus fünf Kontinenten zu probieren. Zum ersten Mal dabei als kleiner Farbtupfer war das Neudrossenfelder Bräuwerck. Aufsichtsratsvorsitzender Harald Hübner, gleichzeitig Bürgermeister, Braumeister Bernd Weibbrecht und Peter Schuhmann von der Gasthof-Brauerei rührten unterm Funkturm tüchtig die Werbetrommel.


Unermüdlicher Bürgermeister


Die zwei Tage zum Finale dienten aber auch dazu, die Gemeinde Neudrossenfeld mit all ihren Schönheiten und die Umgebung samt Heinersreuth vorzustellen. Und da nahm Hübner eine Sonderstellung ein. Man kennt ihn ja aus seinem Amt und als Jurist. Aber er hat noch ein Talent: den Tourismus zu bewerben. Unermüdlich brachte er den Messebesuchern am Stand von "Oberfranken Offensiv", an dem sich die Ferienzentren Fränkische Schweiz, Frankenwald und Fichtelgebirge sowie die Genussregion Oberfranken präsentierten, spezielle Anziehungspunkte näher, verteilte eifrig Prospekte. Der Bürgermeister im Fazit: "Die Resonanz war prima, unser Tag- und Nachtwerck (Hell und Dunkel) fand reißenden Absatz, nachdem unser Braumeister das erste Fass angestochen hatte."

Für ein längeres Gespräch blieb der Berliner Andreas mit seiner Frau Claudia bei den Oberfranken, lobte das Bier für seine schöne Bitternis: "Es schmeckt." Und angeregt durch den Bürgermeister versprach er, bei der Fahrt in den Süden einen Abstecher in Neudrossenfeld zu machen und die Braustätte direkt vor Ort anzuschauen.
Sonja aus Neufahrn in Niederbayern guckte ein bisschen neugierig, die Weinkennerin war skeptisch. Nach dem ersten Schluck entspannte sich ihr Gesicht: "Das Tagwerck ist süffig, als Abendtrunk könnte ich mich daran gewöhnen."


Das Erfolgsgeheimnis


Braumeister Weibbrecht aus Thurnau verriet das Erfolgsgeheimnis. "Wir sind Spezialisten der oberfränkischen Bierkultur, brauen klein aber fein", sagte er. Die nach eigenen Rezepten hergestellten Biere Tagwerck und Nachtwerck sowie das Weizen Landwerck seien Standart, dazu kämen ab und zu noch besondere Einbrauungen. Wie das "Werckstoff-Bier" mit Emmer- Malz aus einer wieder entdeckten Getreidesorte.

"Ich gab den Interessierten auch Tipps für die richtige Bierpflege und das unfallfreie Anstechen", sagte Peter Schuhmann. Er nutzte die Grüne Woch, um Kontakte zu knüpfen, denn zahlreiche Busunternehmer fahren auf der A 9 von Berlin nach Oberbayern oder Österreich an Neudrossenfeld vorbei.


Ideale Zwischenstation


Einer von ihnen hat sich auf Seniorenfahrten spezialisiert, notiert sich die Adresse des Bräuwercks, es werden Visitenkarten ausgetauscht. "Im Sommer wäre Neudrossenfeld eine Zwischenstation zum Anschauen, Essen und Trinken", meinte der Unternehmer. Derweil pries der Bürgermeister den Ort als Perle im Rotmaintal an. Und wies noch auf den Brauerei-Gasthof Schnupp und die Bergmühle hin, wo man übernachten und gut fränkisch essen könne.

Das Schlossrestaurant biete ganz noble Küche, sizilianisches Flair gebe es in der Pizzeria Pino. Hübner bedankte sich bei Sandra Schneider von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, bei der Neudrossenfeld Mitglied ist, für den Platz zur Präsentation.

Und Anja Schrüfer-Kolb von "Oberfranken Offfensiv" war sich sicher, dass das Image der Region Oberfranken aufgrund der vielen Nachfragen gestärkt und neue Netzwerke geknüpft werden konnten - "dafür ist die Grüne Woche eine gute Plattform". Schließlich noch der große Auftritt der Neudrossenfelder vor großem Publikum auf der Bühne Bayern in Halle 22 a: Nicht individuell wie vorher am Stand, sondern als Gesamtschau mit der Bierkultur Oberfrankens, der Brauereivielfalt und dem Europadorf Neudrossenfeld. Hübner: "Wir sind ein Musterbeispiel für die Genussregion Oberfranken mit gepflegter Gastlichkeit, wo gute Fleisch-und Wurstwaren und ein hervorragendes Bier zum guten Ton gehören."


Leckere Lachsforellen aus Zell


Ein bisschen Zeit blieb noch, internationales Flair zu genießen mit nahezu unendlichen Geschmacksvariationen. Doch neben all diesen lockten auch die Lachsforellen aus dem Naturpark Fichtelgebirge von der Forellenräucherei des Matthias Puchtler aus Zell. "Meine Fische leben in Teichen mit frischem Quellwasser."

Musikalisch ist die Grüne Woche ein Volksfest: Mmusik aus dem Partnerland Ungarn oder Trommelwirbel aus dem Süden Afrikas gehörten genau so dazu wie die Feuerwehrkapelle aus Mecklenburg, fränkische Blasmusik oder der Shanty-Chor aus St. Pauli.

Noch ein Glas Champagner aus Epinay und - zu den Wurzeln zurück - ein Bräuwerck-Bier, so ließen die Oberfranken die Grüne Woche ganz zum Schluss nochmals hochleben.