Für "den freundlichen Empfang" im Kulmbacher Rathaus anlässlich der Kabinettssitzung im Juni.

Wobei man "freundlich" als (in Schulnoten) 3 interpretieren kann - und das wird schon ein wenig Enttäuschung hervorrufen, hatte man sich doch wirklich so sehr ins Zeug gelegt, dass man wenigstens ein "sehr freundlich", wenn nicht gar ein "herzlich" hätte erwarten können. Vor allem angesichts des Transparents in Rathausnähe, das seinerzeit Ministerpräsident und Kabinett begrüßt hat und seitdem den immerwährenden Dank Kulmbachs ausdrücken darf.

Von dem Brief wissen wir, weil der OB ihn natürlich auf der Facebookseite der Stadt ("Kulmbach - Dein Stadtportal") hat posten lassen. Und damit auch die drei Viertel des Schreibens, die nicht den Dank beinhalten, sondern alle Anstrengungen nochmals darstellen, die die Staatsregierung zugunsten Oberfrankens im allgemeinen und Kulmbachs im besonderen seit 1949 unternommen hat, aktuell unternimmt und (sicher!) noch unternehmen wird.

Eigentlich muss man ja davon ausgehen, dass die beiden Brieffreunde all diese Punkte gut kennen und damit nicht erwähnen müssten. Aber manche Botschaft schreibt man ja gar nicht für den Adressaten! Wir wollen an dieser Stelle bewusst nicht erwähnen, dass im September Bundestagswahlen und ein Jahr später schon wieder Landtagswahlen sind.

Auf der Facebookseite der Stadt jedenfalls sind es rund 4000 Leute, die die Botschaft Seehofers mitlesen dürfen - und es werden sicher noch ein paar mehr, weil der Biermarken gewinnen kann, der den Post mit anderen teilt. Den Hinweis auf nüchterne Informationen, die man auf einer solchen Seite erwarten darf, sparen wir uns wegen offenkundiger Doppeldeutigkeit.

Die Biermarken jedenfalls hat "der liebe Henry" springen lassen, "der liebe Horst" macht aber auf diese Weise mit seinem Schreiben indirekt noch ein paar (durstige) Kulmbacher (Kehlen) mehr glücklich als im Juni schon. Ein zweites Transparent wird er dafür aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr kriegen...